6.03.2015 15:25
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Drahtwurm: McDonald‘s gerät zwischen die Fronten
Als Pyhrrussieg könnte sich die von Niederösterreichs Speisekartoffelbauern massiv geforderte Sonderzulassung des umstrittenen Insektizids „Goldor Bait“ der BASF erweisen, denn Umweltschützer setzen nun einen der grössten Knollenabnehmer Österreichs, die Fastfoodkette McDonald’s, unter Druck.

Der frühere Pressesprecher des Anbauerverbandes Bio Austria, Wilfried Oschischnig, hat die Verbraucher jetzt zu einer Internetabstimmung aufgerufen, wie sich McDonald’s verhalten solle. Zur Auswahl stehen drei Antworten: „Bienen schützen und konsequent bienengefährliche Insektizide wie ‚Goldor Bait’ im konventionellen Kartoffelbau ablehnen“, „Weiterhin Pommes frites aus Kartoffeln mit Insektizidanwendungen erzeugen“ oder „Pommes frites und andere Kartoffelprodukte aus biologischen Kartoffeln produzieren“.

Im vergangenen Jahr war „Goldor Bait“, das zur Bekämpfung des Drahtwurmes eingesetzt wird, von Österreichs Behörden als bienengefährliches Mittel eingestuft und deshalb nicht mehr genehmigt worden. Als Drahtwürmer werden die Larven des Schnellkäfers bezeichnet, die sich im Sommer in die heranwachsenden Kartoffeln fressen. Im vergangenen Herbst wurden teils massive Ernteschäden beklagt. Das Wiener Landwirtschaftsministerium stellte prompt per Sonderrichtlinie 3 Mio. Euro (3,2 Mio. Fr.) für geschädigte Ackerbauern zur Verfügung.

Nicht zuletzt auf Druck der Landwirtschaftskammer vor den anstehenden Wahlen im grössten Bundesland Niederösterreich darf das Mittel in diesem Jahr doch wieder auf insgesamt 6'000 ha eingesetzt werden. Laut der Interessengemeinschaft Erdäpfel, die rund 400 Landwirte vertritt, gibt es keine Alternative zum umstrittenen Insektizid.

Ausserdem sei es falsch, dass Goldor Bait den Bienen schade - dies sei vielmehr ein „von der Pflanzenschutzgegnerlobby“ verbreitetes Gerücht. Mit guter fachlicher Praxis sei dem Drahtwurm auch ohne „Goldor Bait“ beizukommen, so indes Biobauern. Die Ernteeinbussen durch die Käferlarven beliefen sich bei einer abgestimmten Fruchtfolge und einer gezielten Bodenbearbeitung auf nicht mehr als 5 %.

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