1.06.2014 12:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Zuckerrübenschnitzel
Die Rübenschnitzel werden trockener
Ab diesem Herbst werden die Zuckerrübenschnitzel stärker abgepresst. Zudem wird der Melasseanteil verdoppelt.

Zuckerrübenschnitzel wurden bislang mit einem Trockensubstanzgehalt von 25 Prozent ausgeliefert. Ab diesem Herbst will die Schweizer Zucker AG, wie die Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld neu heissen, den TS-Gehalt auf 28 Prozent anheben. Ab nächstem Jahr ist eine weitere Erhöhung geplant.

Neu 4 Prozent Melasse

«Diese Etappierung ermöglicht es uns, mit höher abgepressten Schnitzeln Erfahrungen aus der Praxis zu sammeln», erklärt Catherine Metthez, Leiterin Verkauf Futtermittel bei der Schweizer Zucker AG. Die höhere Abpressung der Schnitzel sei zudem wichtig, um die gestiegenen Transportkosten aufzufangen: «So lassen sich beispielsweise für franko Bahn angebotene Pressschnitzel Preiserhöhungen in Folge höherer Transportkosten vermeiden. Die Preise bleiben umgerechnet auf das Kilo TS unverändert oder werden je nach Produkt sogar etwas günstiger.»

Die stärkere Abpressung der Schnitzel ist nicht die einzige Veränderung. Auch die Melassierung wird von etwa 2 auf etwa 4 Prozent erhöht. Das ist  einerseits nötig, weil durchs stärkere Pressen der Schnitzel etwas mehr Zucker mit dem Wasser abfliesst. Doch gebe es weitere Gründe, so Metthez: «Die Melasse erhöht die Schmackhaftigkeit, den Energiegehalt und bietet ein ausreichendes Nährsubstrat für die Milchsäurebakterien.»

Weniger Milchsäure

Die Siliereignung ist bei den Rübenschnitzeln ein wichtiges Kriterium. Ueli Wyss von der Forschungsanstalt Agroscope hat deshalb die Siliereignung von höher abgepressten Zuckerrüben-Pressschnitzeln untersucht. In der Studie wurden Pressschnitzel mit 25 bis 34 Prozent TS in Ballen, Schlauchsilo und Flachsilo einsiliert und während der Entnahme mehrere Proben gezogen – laut Wyss mit guten Resultaten: «Der Test ergab, dass  Silagen mit höherer Trockensubstanz eine sehr gute Gärqualität aufwiesen.»

Tatsache ist, dass durch die Milchsäuregärung in stärker abgepressten Schnitzeln weniger Milchsäure gebildet wird und der pH-Wert deshalb höher ist. Dafür bleibt mehr Zucker zurück. In den Standardschnitzeln war nach der Gärung noch rund 20 Prozent des Zuckers vorhanden. Bei den Silagen mit höherem TS-Gehalt wurde etwas weniger Zucker abgebaut; hier wurden noch rund 40 Prozent des Zuckers gefunden.

Fütterung nicht ändern

Das hat laut Wyss für die Haltbarkeit der Silage keine negativen Folgen, die aerobe Stabilität sei durchwegs gut gewesen. Und auch in der Fütterung sollte der etwas höhere Zuckergehalt keine Probleme verursachen. Hansueli Rüegsegger, Milchviehspezialist bei der UFA AG: «Da Rübenschnitzelsilage selten in grossen Mengen eingesetzt wird, spielt dieser zusätzliche Zucker keine Rolle.» Er findet den Entschluss der Schweizer Zucker AG, die Rüben stärker abzupressen, gut: «So muss weniger Wasser transportiert werden, und auch die Sickersaftverluste sind tiefer. Trotzdem dürfen Rübenschnitzel im Fahrsilo nie oben auf Mais oder Gras gepackt werden, da die Verdichtung sonst nicht gewährleistet ist.»

Laut Rüegsegger führt die Melassierung allenfalls dazu, dass die Schnitzel dunkler seien: «Das ist aber keine Qualitätseinbusse.» Rübenschnitzel hält er speziell wegen des Pektingehalts für ein wertvolles Futtermittel. Pektine sind Kohlenhydrate, die langsamer abgebaut werden als Stärke und schneller als Hemicellulose.

Schnitzel neu in loser Form

Ab Kampagne 2014 wird die Schweizer Zucker AG das Angebot erweitern und neu Pressschnitzel in loser Form per Camion (Schubboden oder Kippsystem) auf den Hof geliefert anbieten. Dieses Angebot gilt jedoch erst ab November. Zielgruppe sind vor allem Betriebe, welche sich nicht in Fabriknähe oder im näheren Umkreis einer Entladestation der SBB befinden.

Infos: Verkauf Futtermittel der Schweizer Zucker AG, Aarberg, Tel. 032/391'62'00, info@zucker.ch.

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