16.01.2014 10:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Deutschland
Deutschland: Nahrungsmittelpreise mit stärkstem Anstieg seit 2008
Lebensmittel in Deutschland haben sich 2013 so stark verteuert wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Preise zogen um 4,4 Prozent an, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Nahrungsmittel verteuerten sich damit fast dreimal so stark wie die Lebenshaltungskosten. Die Inflationsrate fiel mit 1,5 Prozent so niedrig aus wie seit 2010 nicht mehr, weil Tanken und Heizen deutlich günstiger wurden.

Steigende Nachfrage

Bauernverband und Detailhändler erwarten auch in diesem Jahr deutlich höhere Lebensmittelpreise. «Nahrungsmittel wirkten lange Zeit als Inflationsbremse - die Zeiten sind erst einmal vorbei», sagte der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, Michael Lohse. «Weltweit zieht die Konjunktur an, und in Ländern wie Russland und China wächst die Mittelschicht, die sich an westlichen Ernährungsgewohnheiten orientiert. Dadurch steigt zum Beispiel die Nachfrage nach Milch, Käse und Fleisch», so Lohse. Die Nahrungsmittel dürften in Deutschland deshalb künftig mindestens so stark steigen wie die Inflation.

«Preiserhöhungen gab es 2013 in allen Nahrungsmittelbereichen», erklärte das Statistikamt. Besonders deutlich fiel der Preisaufschlag bei Kartoffeln (+28,7 Prozent), Äpfeln (+14,9) und Butter (+16,1) aus. Grund dafür waren neben der weltweit gestiegenen Nachfrage auch witterungsbedingte Ernteausfälle durch den langen Winter, den feuchten Frühling und den heissen Sommer, erklärte der Bauernverband.

Ungeachtet der hohen Lebensmittelpreise wurde die Inflation 2013 in Schach gehalten - und zwar durch sinkende Preise für Benzin und Heizöl. Mit 1,5 Prozent lag die Teuerungsrate nahe der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Anstieg der Inflation 2014

Entlastet wurden die Konsumenten durch günstigeres Öl, das wegen der schwachen Weltkonjunktur deutlich weniger kostete. Kraftstoffe verbilligten sich dadurch um 3,4 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 6,0 Prozent. Dagegen verteuerte sich Strom wegen der höheren Ökostrom-Umlage um 11,9 Prozent.

Wegen der anziehenden Konjunktur rechnen Experten in diesem Jahr mit stärker steigenden Preisen. Die Inflationsrate dürfte sich demnach bei 1,7 Prozent einpendeln. Wegen der besseren Wirtschaftslage dürfte es den Unternehmen leichter fallen, steigende Kosten - etwa durch höhere Löhne - an ihre Kunden weiterzureichen.

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