11.08.2015 10:14
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Embargo kostet Landwirtschaft 1 Milliarde
Das nunmehr ein Jahr geltende russische Einfuhrembargo für verschiedene Agrarprodukte und Lebensmittel aus westlichen Ländern belastet die deutsche Landwirtschaft erheblich. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, die am vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurde.

Demnach sind die jährlichen Einbussen der Agrarwirtschaft auf mindestens 600 Mio. Euro bis 800 Mio. Euro zu beziffern. Je nach Wirkung der indirekten Effekte könne der Rückgang sogar 1 Mrd. Euro (1,07 Mrd. Fr.) und darüber betragen, so der DBV.

Seit dem Beginn des Einfuhrstopps am 7. August 2014 bis zum 4. August des laufenden Jahres haben sich laut Angaben des Bauernverbandes die Agrarexporte von Deutschland nach Russland auf etwa 900 Mio. Euro halbiert. Dabei seien die Ausfuhren bei den für die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze in Deutschland besonders wichtigen Fleischwaren und Milchprodukten sogar auf Null zurückgegangen. Gleiches gelte für Obst und Gemüse.

Besonders gravierend seien die indirekten Wirkungen, hob der DBV hervor. Mengen, die bisher nach Russland exportiert worden seien, drängten nun auf den EU-Binnenmarkt und sorgten dort für zusätzlichen Preisdruck. Das Moskauer Embargo bedeutet nach Berechnungen des Bauernverbandes für einen deutschen Schweinemäster, der im Jahr 4'000 Schweine verkauft, eine jährliche Erlöseinbusse von 32'000 Euro (34'000 Fr.).

Derweil verringerten sich die Einkünfte eines Milchbauern mit 75 Kühen und einer Jahresproduktion von 600'000 kg Milch um etwa 18'000 Euro (19'000 Fr.). Der Effekt des Embargos wird hier auf 2 Cent bis 4 Cent pro Kilogramm Milch geschätzt. Insgesamt seien die Milchpreise für die Bauern in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 10 Cent/kg gesunken.

 

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