1.02.2018 09:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Bio-Offensive auf Kurs
Die Berner Regierung ist mit der «Bio-Offensive» auf Kurs. Auf den 1. Januar 2018 haben 67 Betriebe auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Seit dem Start der Offensive 2016 haben 165 Höfe umgestellt. Doch beim Absatz stösst der Markt teilweise an Grenzen.

Vor zwei Jahren hat der Kanton Bern die «Bio-Offensive» ausgerufen. Ziel ist es, bis 2020 die biologisch bewirtschaftete Ackerfläche um 2000 Hektaren zu vergrössern. Dazu werden 200 Betriebe benötigt – 50 pro Jahr. 

Marktchance für Berner Bauern


Und der Kanton ist auf Kurs, wie er am Donnerstag mitteilte. Seit Beginn der Bio-Offensive im Frühling 2016 haben 165 Betriebe ihre Bewirtschaftung auf biologische Produktion umgestellt. Von den 67 Betrieben, die Anfang 2018 umgestellt haben, sind rund die Hälfte Ackerbaubetriebe. Auch beim Flächenziel sieht es gut aus. 1042 Hektaren Ackerfläche und Spezialkulturen werden nach zwei Jahren Projektzeit zusätzlich biologisch bewirtschaftet. Die zusätzliche Fläche für 2018 ist noch nicht erhoben.

Der Berner Volkswirtschaftsdirektor ist hoch erfreut. «Der Absatz von Bio-Produkten steigt in der Schweiz seit vielen Jahren. Die inländische Produktion wird der Nachfrage nicht gerecht, es muss mehr importiert werden. Diese Marktchance soll die Berner Landwirtschaft besser nutzen», lässt sich Christoph Ammann im Communiqué zitieren. Die Bio-Produktion ermögliche der Berner Landwirtschaft, die Wertschöpfung zu erhöhen, hebt der Volkswirtschaftsdirektor hervor.

Markt stösst zum Teil an Grenzen

Doch so euphorisch sieht die Marktsituation nicht aus, wie Ammann diese beschreibt. Die Nachfrage und Produktion von Bioprodukten wächst zwar weiterhin Jahr für Jahr. Einige Ackerprodukte stossen an ihre Absatzgrenzen, was auch zu Preisdiskussionen führt.

Beim Biofuttergetreide ist die Inlandversorgung bei 80 Prozent angelangt, wie kürzlich am Bioackerbautag zu erfahren war. Insbesondere Gerste, Hafer, Triticale, Ackerbohnen und Eiweisserbsen sind die Sättigungsgrenze erreicht, weil sie nicht bei allen Tierarten unbegrenzt eingesetzt werden können. Bei Futterweizen, Körnermais, Futtersoja und Lupinen kann der Markt noch Mehrmengen aufnehmen. Die Folge: Umstellbetriebe haben im ersten Jahr nicht mehr die Garantie, dass ihre Gerste, Triticale und ihr Hafer in den Biokanal übernommen wird.

Auf andere Kulturen ausweichen

Zudem haben einige Verarbeiter Mühe, sämtlichen Schweizer Biodinkel vermarkten zu können. Der Marktanteil des Schweizer Biodinkels liegt erst bei 68 Prozent. Je weniger die Abnehmer das teure Schweizer Biobrotgetreide mit Importware verbilligen können, desto stärker wird der Druck auf die Inlandpreise.

Bio Suisse will nun die Nachfrage nach Bioprodukten steigern. Bauern sollen auch auf Kulturen wie Speisesoja, Lein oder Zuckerrüben ausweichen. Hier gäbe es noch viel Potenzial, so Bio Suisse.

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