7.11.2013 15:48
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
Aus für Solarkraftwerk an Lawinenverbauungen?
Herber Rückschlag für das Projekt des grössten alpinen Solarkraftwerks der Schweiz im Prättigauer St. Antönien: Der Bund lehnte ein Gesuch um Fördergelder von 2,4 Millionen Franken ab. Ohne dieses Geld kann die Anlage auf Lawinenverbauungen zumindest vorerst nicht realisiert werden.

«Das Projekt ist durch die Absage stark gefährdet», sagte Gemeindepräsident Jann Flütsch zu einem Bericht der Nachrichtensendung «10vor10» von Fernsehen SRF vom Mittwoch. Eine Alternative zum Bundesbeitrag gäbe es zur Zeit nicht. Offen sei, ob man gegen den Entscheid aus Bern rekurrieren werde.

Die Gemeinde St. Antönien und ihre Partner aus der Energiebranche hatten die Gelder aus einem Spezialfonds für Pilotprojekte beantragt. Der Betrag wäre in die erste Bauetappe geflossen, deren Gesamtkosten auf fünf Millionen Franken veranschlagt sind.

Das Bundesamt für Energie lehnte das Gesuch ab mit der Begründung, das Vorhaben sei mittlerweile kein Pilotprojekt mehr. In der Schweiz befänden sich bereits erste Solarkraftwerke auf Lawinenverbauungen in Betrieb, wenn auch deutlich kleinere als das im Prättigau geplante. Zudem setzt das Bundesamt ein Fragezeichen hinter die Rentabilität der Anlage.

Im Endausbau sollen in St. Antönien acht Kilometer Lawinenverbauungen mit Solarpanels bestückt werden. Die Anlage würde mit einer Leistung von 3,5 Megawatt den Strombedarf von 1200 Haushalten decken. Die Investitionen belaufen sich auf total 20 Millionen Franken.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE