20.06.2017 13:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Geldpolitik
Änderung der Geldpolitik «kein Thema»
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird ihre expansive Geldpolitik weiterführen. Ein Ausstieg sei zurzeit kein Thema, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Swiss International Finance Forum der NZZ am Dienstag in Bern.

Jordan begründete diese dezidierte Absage an einen Wechsel der Geldpolitik mit drei Faktoren. So sei die Inflation nach wie vor tief, die Produktionskapazitäten der Schweizer Industrie nicht voll ausgelastet und der Schweizer Franken immer noch zu stark, sagte er.

Kein schneller Wechsel

Zudem erteile Jordan auch der Erwartung eines schnellen Politikwechsels eine Absage. In der gegenwärtig schwierigen Wechselkurssituation würde eine voreilige Straffung der Geldpolitik zusätzlichen Druck auf den Schweizer Franken ausüben, sagte er.

Zudem stelle die SNB fest, dass sich die unerwünschten Effekte der expansiven Geldpolitik  «in Grenzen halten» würden. Selbst auf dem stark exponierten Immobilienmarkt sei eine gefährliche Blasenbildung nicht auszumachen. All dies spreche für eine Fortsetzung der expansiven Geldpolitik.

Finanzmärkte im Blick


Zuvor erklärte Jordan in seiner Rede am Swiss International Finance Forum, mit welchen Mitteln und zu welchem Zeitpunkt die SNB die Geldpolitik straffen würde. Die Frage des Zeitpunkts sei dabei klar: Sollte die Inflation anziehen, werde auch die SNB handeln. Dabei werde die Nationalbank das Inflationsziel jedoch «nicht zu straff interpretieren», sagte Jordan. Neben den realwirtschaftlichen Auswirkungen werde die SNB auch die Finanzstabilität im Auge behalten.

Konkret heisst das, dass die Nationalbank kurzfristig auch eine Teuerung von über 2 Prozent hinnehmen würde, um keine zu grossen Turbulenzen an den Finanzmärkten auszulösen. «Es geht immer darum, eine Güterabwägung zu machen», sagte er. Bei den Mitteln verwies Jordan auf die zwei Instrumente, mit denen die SNB einen Politikwechsel einleiten und steuern kann. So könne die Nationalbank die Zinsen erhöhen oder die Bilanz zurückfahren. Beide führten dazu, dass das Zinsniveau ansteige.

Beide Instrumente könnten dabei kombiniert werden. Neben dem Zeitpunkt sei dabei jedoch vor allem die Kommunikation wichtig. «Wenn die Finanzmärkte die Massnahmen gut verstehen, sollte es nicht zu grosser Volatilität an den Märkten kommen», sagte Jordan.

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