4.02.2014 09:37
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Betriebswachstum für die meisten Landwirte keine Option
Die Expansion des eigenen Betriebes ist offenbar nur für eine Minderheit der österreichischen Landwirte ein angestrebtes Ziel. Das zeigen zumindest die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung rund um die nationale Agrarpolitik, die im Auftrag der Grünen Bäuerinnen und Bauern im November und Dezember 2013 computergestützt und per Telefon durchgeführt wurde.

Wie das Agrarmagazin „Blick ins Land“ in seiner Februarausgabe berichtet, haben lediglich 16% der insgesamt 500 Befragten angegeben, mit ihrem Betrieb „konsequent auf Wachstum“ zu setzen. Gut zwei Drittel wollen hingegen nur „den gegenwärtigen Stand halten“. Weitere 16 % beabsichtigen, ihren Betrieb in den nächsten Jahren einzuschränken oder ganz aufzugeben.

Faire Preise für landwirtschaftliche Produkte

Als Wunsch an die Agrarpolitik werden von 28% der Befragten - und damit als häufigste Nennung - „faire Preise für landwirtschaftliche Produkte“ angeführt, gefolgt von „mehr Unterstützung für die kleinen Betriebe“ mit 23% und der Forderung „vernünftige Rahmenbedingungen schaffen“ mit 16%. Das Ziel „Fördersystem verbessern/beibehalten“ ist für 13% der Landwirte wichtig, der „Abbau von Bürokratie“ für 11%.

Wenig bedeutend für die Bauern in der Alpenrepublik sind dagegen bei spontaner und nicht vorgegebener Nennung die Themen „mehr Unterstützung für Bergbauern und benachteiligte Gebiete“ mit 7% sowie „regionale Lebensmittel fördern“ mit 4% und die „Planungs-, Rechts- und Zukunftssicherheit“ mit 3 %. Die neue einheitliche Betriebsprämie für Grünland- und Ackerflächen im Rahmen der jüngsten EU-Agrarreform beurteilt die Mehrzahl der Befragten positiv. Insgesamt 68% sind für das neue Fördermodell.

Forderung nach mehr Rechtschutz

Gefragt wurde bei vorgegebenen Aussagen auch danach, wofür sich die österreichische Agrarpolitik einsetzen sollte. Hier manifestierte sich vor allem ein unterschwelliger Vorbehalt gegenüber der Agrarmarkt Austria (AMA) als Kontrollbehörde: 92 % wollen „mehr Rechtschutz für Bauern beiAgrarförderungen gegenüber der AMA“, 83% mehr Einsatz „für praxisgerechte Umwelt- und Tierschutzauflagen“.

Rund 68% der Landwirte befürworten, dass sich ihre politischen Vertreter für eine Verminderung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln stark machen. Ausserdem sprachen sich 61% gegen eine Intensivierung der Landwirtschaft aus und wollen dafür auch die Unterstützung ihrer politischen Vertretung. Sich gegen die Intensivierung der Landwirtschaft einzusetzen, fordern dabei drei Viertel der Landwirte mit Volks- und Hauptschulabschluss. Von den Betriebsinhabern mit einer landwirtschaftlichen Lehre stimmten 65% in die gleiche Richtung. Landwirte mit Abitur beziehungsweise Universitätsabschluss oder Fachhochschulabsolventen plädierten hingegen mit 62 % mehrheitlich für eine Intensivierung.

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