9.04.2014 16:54
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Graubünden
32 Prozent Zustimmung für zweiten Nationalpark
Die Pläne für einen zweiten Nationalpark um die bekannte Greina-Hochebene im Bündner Oberland finden bei der Bevölkerung der Standortgemeinden eine knappe Zustimmung. Laut einer Umfrage sind 32 Prozent der Befragten deutlich für das Projekt «Parc Adula» und 27 klar dagegen.

Ganze 41 Prozent haben noch keine klare Meinung zum Park. Das teilte am Mittwoch die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL mit, die zusammen mit den Park-Promotoren die Umfrage durchführte.

Die Forscher verschickten 7322 Fragebögen an alle Haushalte in den Regionen oberes Bleniotal, Calancatal, Misox, Rheinwald und Surselva. 924 Fragebogen wurden ausgefüllt retourniert.

Einwohner der Surselva skeptisch

Bei der Auswertung zeigten sich erhebliche Unterschiede zwischen den potenziellen Parkregionen. Am positivsten eingestellt ist das obere Misox, gefolgt vom Calancatal, Bleniotal und Rheinwald. Am negativsten steht die Region Surselva dem Parkprojekt gegenüber.

Die Zustimmungswerte werden stark von der Wahrnehmung der eigenen Region beeinflusst. Wird die Lage der eigenen Region als kritisch wahrgenommen, sind die Befragten mehrheitlich für die Einrichtung eines Nationalparks. Und je besser sich die Leute über den Park informiert fühlen, desto mehr sind sie für die Einrichtung des neuen Nationalparks. Sehen die Bewohner ihre Region positiv, sind sie wie im Fall der Surselva eher gegen den Park.

Noch kein grosses Thema

Allerdings sind die Ergebnisse laut den Umfrage-Autoren mit Vorschicht zu geniessen, da die Zahl der Befragten pro Region klein sei. Zudem sei die Beteiligung an der Umfrage nur knapp durchschnittlich. Daraus folgern die Autoren, dass das Projekt in der Region noch kein grosses Thema ist. Dies habe wohl auch damit zu tun, dass die kommunalen Volksabstimmungen über die Errichtung des Parks noch weit entfernt seien.

Das Park-Projekt ist ambitiös. Mit einer Fläche von über 1000 Quadratkilometern wäre der Parc Adula sechs Mal so gross wie der Schweizer Nationalpark im Engadin. Der Knackpunkt bei der Errichtung ist die 170 Quadratkilometer grosse Kernzone, wo menschliche Aktivitäten stark reglementiert wären. Nebst der Bevölkerung der 20 Standortgemeinden müssen die Promotoren Interessengruppen überzeugen, die vom Park in ihren Aktivitäten tangiert wären - etwa Berggänger, Jäger oder Fischer.

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