10.01.2018 12:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Zucker
WAK für Mindestpreis für Zucker
Die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK) bleibt dabei: Sie will einen Mindestpreis für Zucker einführen. Die Ständeratskommission hatte sich dagegen ausgesprochen. Nun entscheiden die Räte. Der Bauernveband ist über den Entscheid erfreut.

Die WAK des Nationalrates beantragt ihrem Rat mit 15 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung, der parlamentarischen Initiative von Bauernverbandsdirektor und Nationalrat Jacques Bourgeois (FDP/FR) "Stopp dem ruinösen Preisdumping beim Zucker - Sicherung der inländischen Zuckerproduktion" Folge zu leisten. Bereits im November 2016 at die WAK-N der Initiative zugestimmt. Die Wirtschaftskommission des Ständesrates (WAK-S) hat im Oktober 2017 dem Begehren eine Absage erteilt.

Versorgungssicherheit in der Schweiz gefährdet

Weil die EU die Zuckerproduktion ausgeweitet hat, ist der Preis gesunken. Die Kommission ist der Ansicht, dass Handlungsbedarf besteht: Ohne Mindestpreis seien die Zuckerrüben- und die Zuckerproduktion, die entsprechenden Arbeitsplätze und die Versorgungssicherheit in der Schweiz gefährdet, argumentiert sie. Bourgeois verlangt einen Mechanismus für die Festlegung der Zollansätze für importierten Zucker, mit dem ein Mindestpreis sichergestellt werden kann.

Schweizer Preis eng mit EU-Preis verbunden

Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Interprofession Zucker begrüssen den Entscheid der Wirtschaftskommission des Nationalrates. Aufgrund der Änderung der Zuckermarktordnung durch die EU von Ende September 2017 wurden Zuckerquoten, Exportbeschränkungen und der Mindestpreis für Zuckerrüben aufgehoben.

Für die Schweiz hat dieser Entscheid gravierende Auswirkungen. Durch die bilateralen Abkommen ("Doppelnull-Lösung") ist der Schweizer Zuckerpreis eng mit dem EU-Preis verbunden. Der Entscheid der EU setzt die Schweizer Zuckerwirtschaft unter massivem Preis- und Importdruck.

Bereits im Vorfeld der Quotenaufhebung sanken die Preise für Zucker und damit auch für Zuckerrüben stark, heisst es im Communiqué des Verbandes. «Die Zuckerrübenfläche ist rückläufig und die Auslastung der Zuckerfabriken in Aarberg sowie Frauenfeld gefährdet», mahnt der Bauernverband. Durch einen Mindestpreis für Zucker könnte der Druck auf die einheimische Zuckerwirtschaft gemindert werden.

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