5.02.2018 07:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Agrarpolitik
VPL fordert SBV-Teilnahme
Die Stimmung zwischen Bauernverband und Agrarminister Johann Schneider-Ammann ist nahe am Gefrierpunkt. Der Bauerverband will nicht am Agrargipfel von Februar teilnehmen. Dies deshalb, weil der Bundesrat an der Gesamtschau zur Agrarpolitik festhält. Der Verein für eine produzierende Landwirtschaft (VPL) fordert aber, dass Markus Ritter teilnimmt.

Der VPL verlangt vom Schweizer Bauernverband (SBV) eine Teilnahme am Mercosur-Agrar-Gipfel vom 20.Februar. Das fordern in einem offenen Brief Alt-SVP-Nationalrat Rudolf Joder als VPL-Präsident und Vanessa Jenni als VPL-Sekretärin. 

Der VPL schreibt, dass der erklärte Verzicht des Bauernverbandes nicht im Interesse der Landwirtschaft sei, und verlangt vom Bauernverband, seine Verweigerungshaltung aufzugeben. Andernfalls werde die Glaubwürdigkeit des SBV geschwächt, und dieser erleide einen Reputationsschaden. Es sei höchste Zeit, Flagge zu zeigen, nachdem der SBV das Referendum gegen die AP 14–17 nicht unterstützt habe und grundlos die eigene, sehr gut formulierte Ernährungssicherheitsinitiative zurückgezogen habe zugunsten des ständerätlichen Gegenvorschlags, wo der Bundesrat ausdrücklich aufgefordert wurde, «Voraussetzungen für grenzüberschreitende Handelsbeziehungen» zu schaffen. 

Dazu muss man wissen, dass Joder vielleicht der wichtigste geistige Vater der Initiative ist, indem er vor dem SBV einen Initiativtext publiziert und sich dann mit dem SBV auf einen gemeinsamen Text geeinigt hat. Joder schreibt nun, es sei die dringendste Aufgabe des Bauernverbandes, dem Bundesrat und übrigen Wirtschaftsvertretern mit aller Deutlichkeit zu erklären, warum ein weiterer Grenzschutzabbau für die einheimische Landwirtschaft existenzgefährdend ist. Der SBV müsse «seine defensive Haltung» aufgeben.

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