5.12.2018 09:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bundesrat
Viola Amherd wird Bundesrätin
Das gab es seit zwölf Jahren nicht mehr: Viola Amherd wurde am Mittwoch schon im ersten Wahlgang zur Bundesrätin gewählt. Und das mit 27 Stimmen über dem absoluten Mehr.

Die scheidende Bundesrätin Doris Leuthard war 2006 die letzte Kandidatin, der das gelang - wenn auch nicht ganz so deutlich: Sie kam im ersten Wahlgang auf 15 Stimmen über dem absoluten Mehr. Vor ihr hatte zuletzt 1989 Kaspar Villiger das Rennen im ersten Wahlgang entschieden: mit 6 Stimmen über dem absoluten Mehr.

In den 100 Jahren vorher war dagegen nur selten mehr als ein Wahlgang nötig. Und die Kandidaten erreichten zum Teil markante Vorsprünge. Den Rekord hält Arthur Hoffmann, der 1911 im ersten Wahlgang mit 89 Stimmen über dem absoluten Mehr gewählt wurde. Ähnlich imposante Ergebnisse erzielten in jüngerer Zeit 1977 Fritz Honegger mit 68 Stimmen über dem absoluten Mehr und 1979 Pierre Aubert mit 73.

Am anderen Ende der Skala stehen vier Bundesräte, die sechs Wahlgänge benötigten: Jakob Stämpfli 1855, Jean-Jacques Challet-Venel 1866, Samuel Schmid 2000 und Joseph Deiss 1999. Letzterer sorgte für das knappste Wahlergebnis in der Geschichte: Er legte im sechsten Wahlgang eine Punktlandung aufs absolute Mehr hin.

Ebenfalls zäh waren in den letzten 20 Jahren die Wahlen von Johann Schneider-Ammann (2010), Micheline Calmy-Rey (2002), Pascal Couchepin (1998) und Moritz Leuenberger (1995): Sie alle benötigten fünf Wahlgänge. Schon bei der zweiten Ausmarchung schafften es dagegen in den letzten 30 Jahren Ignazio Cassis, Alain Berset, Eveline Widmer-Schlumpf, Hans-Rudolf Merz und Adolf Ogi.

Amherd erklärt «Annahme der Wahl»

Die neu gewählte CVP-Bundesrätin Viola Amherd hat vor der Vereinigten Bundesversammlung die Annahme der Wahl erklärt.

Sie verspreche, dass sie alles daran setzen werde, dem Land zu dienen, sagte Amherd. Sie bedankte sich für das Vertrauen. Für sie und ihren Kanton sei die Wahl eine grosse Ehre. «Ich bin mir bewusst, welch grosse Verantwortung das Amt bedeutet», sagte die Oberwalliserin. Sie werde das Amt mit Demut und Aufrichtigkeit ausüben und all ihre Kräfte dafür aufwenden, im Kollegium mitzuarbeiten und effiziente und pragmatische Lösungen zu finden.

«Damit wir nachhaltige Lösungen haben, brauche ich Ihre Unterstützung», sagte Amherd. Sie sprach sich dafür aus, einander mit Respekt zu begegnen. «Setzen wir uns gemeinsam für die Zukunft unseres Landes ein.» Zum Schluss bedankte sie sich bei ihrer Konkurrentin Heidi Z'graggen, bei der Partei, ihrer Familien und dem Kanton Wallis.

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