4.09.2017 07:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Ernährung
Veganer denken nicht bis zu Ende
Wenn alle Menschen auf tierische Produkte verzichten würden, müsste die ackerbauliche Produktion stark intensiviert werden.

Der Veganismus, der Verzicht auf tierische Produkte in der Ernährung, liegt im Trend. Idealisten verteilen an Bahnhöfen Flyer am Laufmeter. Ihnen ruft nun Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (Fibl), zu: «Es ist Nonsens zu behaupten, alle Probleme der Welt wären gelöst, wenn sich die Menschheit vegan ernähren würde.Im Gegenteil.»

In einem Interview im «Blick» begründet Niggli seine Aussage wie folgt: «Weltweit sind zwei Drittel der landwirtschaftlichen Fläche nicht ackerbaulich nutzbar, nur fürs Vieh. Wollten wir Fleisch und Milch durch pflanzliche Produkte ersetzen, müssten wir die Landwirtschaft auf den Ackerbauflächen massiv intensivieren.» Dies wäre laut Niggli mit nachhaltigem Anbau unmöglich.

Weniger Mist zur Düngung

Also würde damit letztlich die «konventionelle, umweltschädliche Landwirtschaft» gestärkt, was zu noch mehr Bodenerosion, weniger Biodiversität, höherer Klima- und Grundwasserbelastung führen würde. Nur ein Viertel der Äcker oder 390 Millionen Hektaren würden für Tierfutter gebraucht. «Das würde die Milch und das Fleisch von 3,4 Milliarden Hektaren Dauerwiesen und Dauerweiden nicht ersetzen. Und der Mist vom Vieh würde zur Düngung fehlen, was die Erträge ohne Kunstdünger senken würde.» Niggli hält aber auch klar fest: «Wir müssen den Fleischkonsum drastisch senken, er schadet im heutigen Ausmass dem Planeten.»  

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