13.09.2017 09:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Initiative
Trinkwasserinitiative: Chefbeamter hilft
Die Initiative für sauberes Trinkwassers konnte bereits über 80'000 Unterschriften sammeln. Nun werden die Initianten tatkräftig von einem ehemaligen Chefbeamten aus dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt.

Die Initiative würde für die Bauern massive Veränderungen bringen. Das von Privatpersonen lancierte Volksbegehren sieht einen Paradigmenwechsel vor.

Direktzahlungen soll es für Landwirte nur noch geben, wenn sie

- pestizidfrei produzieren,
- nicht mehr Tiere halten, als sie mit ihrem Betrieb selbst ernähren können,
- Antibiotika nicht prophylaktisch einsetzen.

Glücksfall für Initianten

Nun erhalten die Initianten um Franziska Herren tatkräftige Unterstützung. Daniel Hartmann, bis 2014 Leiter der Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), unterstütz das Begehren. Die berichtet die Zeitung «Der Bund» in ihrer Dienstagsausgabe. Er wird damit gegen Bundesrätin Doris Leuthard, seine ehemalige Chefin, ankämpfen.

Hartmann bezeichnet die Initiative als «einmalige Chance». Noch vor 30 Jahren habe die Bevölkerung fast nichts über den Grundwasserschutz gewusst. «Nun ist es anders. Die Bevölkerung ist sich bewusst, dass sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist», sagt Hartmann gegenüber der Zeitung. Hartmann gilt als der wohl beste Experte für Grundwasser. Er hat sich während 25 Jahren für den Aufbau und die Leitung der Sektion Grundwasserschutz engagiert. Innnerhalb von 6 Monaten sammelten die Initianten 80'000 Unterschriften. Für die restlichen 20'000 Unterschriften haben sie noch ein Jahr Zeit.

«Bauernfamilien erhalten notwendige Unterstützung»

Die Initianten beklagen hohe Futtermittelimporte, eine zunehmend bodenunabhängige Tierproduktion, die nicht ohne präventiven Antibiotikaeinsatz auskomme sowie einen hohen Pestizideinsatz. Kaum ein anderes Land versprühe in der Landwirtschaft so viele Pestizide wie die Schweiz, betonen die Initianten. Der übermässige Pestizideinsatz schädige Wasserlebewesen, Insekten und die Bodenfauna. Die Gifte und ihre unzähligen Abbauprodukte würden im Boden, in den Gewässern, im Trinkwasser und in unseren Lebensmitteln landen.

Mit der Trinkwasserinitiative würden Bauernfamilien, die «tatsächlich» nachhaltig wirtschaften, endlich die notwendige Unterstützung erhalten, schreiben die Initianten. «Schweizer Bio- und IP-Bauernbetriebe zeigen seit Jahren, dass mit deutlich weniger Pestiziden und Kunstdünger produziert werden kann», heisst es weiter. Zudem würden immer Tierzüchter vermehrt auf Gras statt auf importiertes Kraftfutter setzen.

Die Initiative ist nicht gegen die Bauern, sondern für eine nachhaltige, wirtschaftlich effiziente Nahrungsmittelproduktion und eine tatsächliche Ernährungssicherheit, betonen die Initianten.

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