31.01.2018 13:08
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Hornkuh
Hornkuh: Kein Gegenentwurf
Die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) wollte der Hornkuh-Inititive einen indirekten Gegenvorschlag gegenüberstellen. Davon wollte die Schwesterkommission im Ständerat nichts wissen. Nun lässt die WAK-N den Gegenentwurf sein.

Die Wirtschaftskommission des Nationalrates stand Anfang Januar der Förderung von horntragenden Nutztieren positiv gegenüber. Sie war überzeugt, dass die Initiative in der Bevölkerung grosse Sympathien geniessen wird.

Der Gegenvorschlag sah vor, dass der Beitrag für alle horntragenden, erwachsenen Tiere ausgerichtet werden sollte, nebst Kühen und Ziegen auch für Yaks oder Wasserbüffel. Die Anspruchsberechtigung für Hornbeiträge wäre an die Erfüllung des Tierwohlstandards RAUS (Regelmässiger Auslauf im Freien) geknüpft gewesen. Das Stallhaltungssystem hingegen wäre hingegen kein Kriterium gewesen. Zudem hätte es pro Tierhalter keine Höchstzahl von anspruchsberechtigen Tieren gegeben.

Kein Gehör fand die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) für den Gegenvorschlag. Mit einem indirekten Gegenentwurf würde ein neuer Subventionstatbestand geschaffen, teilte diese mit. Nach Ansicht der Ständeratskommission ist es auch nicht nötig, um jeden Preis eine Volksabstimmung zu vermeiden. Zudem sei es ungewiss, ob die Volksinitiative tatsächlich zurückgezogen würde.

Die WAK-N teilt am Mittwoch nun mit, dass sie nach dem Nein der Schwesterkommission den Gegenvorschlag nicht weiterverfolgt. Sie wird sich im 2. Quartal mit der Abstimmungsempfehlung zur Hornkuh-Initiative befassen, so dass diese in der Sommersession 2018 im Nationalrat behandelt werden kann.

Die Urheber der Hornkuh-Initiative wollen erreichen, dass weniger Tiere enthornt werden. In der Verfassung soll verankert werden, dass horntragende Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Zuchtziegenböcke mit finanziellen Beiträgen gefördert werden. Heute werden den meisten Kälbern die Hornanlagen ausgebrannt. Ein Verbot, Tiere zu enthornen, sieht das Volksbegehren nicht vor. Bundesrat und Ständerat lehnen die Initiative ohne Gegenvorschlag ab.

Armin Capaul, die treibende Feder der Hornkuh-Initiative, lässt nun das Stimmvolk über das Begehren entscheiden. Die Chancen für eine Annahme stehen nicht schlecht.

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