21.11.2013 13:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sda, afp
Geldpolitik
Grosse Notenbanken halten an extrem lockerer Geldpolitik fest
Im Kampf gegen die schwächelnde Wirtschaft halten die grossen Notenbanken der Welt vorerst an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) lässt den Zeitpunkt für einen möglichen Kurswechsel offen. Und die japanische Zentralbank will die Zügel locker lassen.

Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der  US-Zentralbank hervorgeht, halten es die Mitglieder des  Offenmarktausschusses für wahrscheinlich, dass die Fed ihre  milliardenschweren Käufe von Anleihen «in den kommenden Monaten»  zurückfährt. Zuerst müsse die Zentralbank aber von der Erholung am  US-Arbeitsmarkt überzeugt sein.

Keine Änderung der US-Geldpolitik

Der für die US-Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss  hatte auf seiner Sitzung am 29. und 30. Oktober beschlossen,  vorerst weiter jeden Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im  Umfang von 85 Mrd. Dollar zu kaufen. Dies soll den Aufschwung  stützen. Der US-Leitzins verharrt seit Ende 2008 auf dem Rekordtief  von null bis 0,25 Prozent.

Mehrere Ausschussmitglieder sprachen sich den Protokollen  zufolge dafür aus, den geldpolitischen Kurswechsel besser zu  kommunizieren. Sie beklagten sich, dass die Märkte die zwei  unterschiedlichen Entscheidungen über die Anleihenkäufe und den  Leitzins zu sehr zusammenwürfen. 

Der Leitzins werde aber noch auf längere Zeit auf dem  derzeitigen Tiefstand bleiben. Die Vorbereitung der Märkte auf  Änderungen in der Geldpolitik soll den Angaben zufolge ein Thema  der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 17. und 18.  Dezember sein.

Japanische Zentralbank kauft weiter

Auch die japanische Zentralbank gab am Donnerstag nach  zweitägiger Sitzung ihres geldpolitischen Ausschusses bekannt,  weiter in grossem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere  aufzukaufen. Damit will die Zentralbank - ähnlich wie die Fed - die  Wirtschaft mit ausreichend frischem Geld zu versorgen und auf diese  Weise der Konjunktur Schub geben. 

Die japanische Zentralbank geht weiterhin davon aus, dass die  Wirtschaft des Landes sich auf dem Weg der Erholung befindet. Die  Wirtschaft hatte lange unter einem teuren Yen gelitten, der die  Exporte des Landes weniger konkurrenzfähig machte. 

Zudem herrschte im Inland Deflation. Der vor knapp einem Jahr  angetretene konservative Ministerpräsident Shinzo Abe hatte dieser  Situation eine ausgeprägte Politik der Geldvermehrung  entgegengesetzt.

Euroraum prüft Strafzins für Banken

Mit Blick auf den Euroraum berichteten Medien über Spekulationen  zu einer möglichen weiteren Lockerung der Geldpolitik. Demnach  prüft die Europäische Zentralbank (EZB) einen negativen Zinssatz  für Banken, die überschüssiges Geld bei der Zentralbank  hinterlegen. 

 Mit einem solchen Strafzins müssten Banken praktisch dafür  zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Negative Zinsen können  ein Instrument im Kampf gegen Deflationsrisiken sein. Damit soll  die Kreditvergabe und in Folge die Nachfrage angekurbelt werden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE