10.01.2019 11:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Parteien
GLP will marktorientierte Bauern
Am 20. Oktober 2019 wählt die Schweiz ein neues Parlament. Der Wahlkampf ist aber bereits lanciert. Die Grünliberalen wollen auch bei den Bauern Stimmen holen.

Die Grünliberalen (GLP) sind vor allem in den Städten gut verankert. Die Partei möchte aber auch auf dem Land zulegen. Der Wähleranteil lag bei den Wahlen 2015 bei 4.6 Prozent, vier Jahre zuvor konnte die Partei noch 5.4 Prozent auf sich vereinen. Derzeit verfügt sich im Nationalrat über 7 Sitze. Die GLP will im Herbst 3 bis 5 Sitze hinzugewinnen. Ziel ist es, die progressive Mitte zu stärken.

«Keine Futtermittelzuschüsse aus dem Ausland»

Parteipräsident Jürg Grossen sieht auch Chancen, bei der bäuerlichen Bevölkerung zu punkten, wie er in einem Interview mit der Zeitung «Der Bund» sagt. Ökologisch ausgerichtete Bauern hätten vielleicht noch nicht realisiert, dass die sogenannte Bauernpartei SVP gar nicht eine Politik mache, die sie langfristig stärke. 

Gemäss Grossen unterstützt die SVP Grossbauern und eine industrielle Landwirtschaft, die einen «hohen Pestizideinsatz» fördert. Die GLP hingegen will eine marktorientierte und ökologische Landwirtschaftspolitik. «Wir wollen, dass die Schweiz gesunde, möglichst lokal produzierte Lebensmittel produziert und nicht von Futtermittelzuschüssen aus dem Ausland lebt», so die Idee von Grossen. 

Jürg Grossen hat sich auch auf seiner Homepage zur Landwirtschaft geäussert. Seine Position lautet wie folgt: «Landwirte sollen gesunde, qualitativ hochwertige Nahrung auf umweltverträgliche Art und Weise produzieren. Unsere schweizerischen Qualitäts- und Produktionsstandards sollen beibehalten werden. Lebensmittelimporte müssen mit den gleichen Kriterien wie unsere gemessen und entsprechend gekennzeichnet werden.»

SVP und Grüne für protektionistische Landwirtschaft

Die GLP unterscheide sich bei der Landwirtschaft nicht nur von der SVP, sondern auch von den Grünen, fährt der Berner Oberländer fort. Und er teilt kräftig aus. Die beiden Parteien würden oft zusammenhalten, um eine «protektionistische, auf Subventionen ausgerichtete Landwirtschaftspolitik» zu zementieren.

Grossen dämpft aber seine Hoffnungen sogleich. Es dauere insbesondere in der Landwirtschaftspolitik sehr lange, die Stimmbürger für neue Positionen zu überzeugen. Dass die GLP als unfreundlichste Partei gegenüber bäuerlichen Anliegen eingestuft wird, ist für GLP-Präsidenten eine Ehre. «Schliesslich ging es vorab darum, zu beurteilen, wer am meisten für Subventionen und Direktzahlungen einsteht», sagt Grossen zur Zeitung «Der Bund». Die «Bauernzeitung» hat die Parteien bezüglich ihrer Positionen zur Landwirtschaft analysiert.

Zentrale Wahlkampfthemen der GLP sind die Umwelt- und Energiepolitik. Ein Schwerpunkt liegt bei der Förderung der Innovationskraft. Auch die Europapolitik ist ein Wahlkampfthema. Die Partei bekennt sich zu einem Rahmenabkommen mit der EU.

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