2.05.2017 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Parteien
FDP und Grüne auf dem Vormarsch
Nach den Waadtländer Wahlen vom Sonntag stellt die SVP in den kantonalen Parlamenten nach wie vor die meisten Mandate. Die FDP folgt ihr aber immer dichter auf den Fersen. Auch die Grünen befinden sich seit den nationalen Wahlen weiter auf dem Vormarsch.

Seit der Schlappe im Oktober 2015 haben die Grünen bei kantonalen Wahlen einen Teil der Sitze zurückgewonnen, die sie zuvor verloren hatten. In Freiburg gewann die Partei drei Sitze, in Neuenburg sechs, im Wallis sechs und zuletzt in der Waadt deren zwei. Nur in der Deutschschweiz gab es kleinere Verluste.

Ein Grüner ist Berner Stapi

Zusätzlich schafften die Grünen mit Alec von Graffenried zum ersten Mal den Sprung in die Stadtberner Exekutive. Von Graffenried gewann im vergangenen Januar gegen Ursula Wyss (SP) die Stichwahl ums Stadtpräsidium. In Solothurn nahm kürzlich Brigit Wyss Einsitz in der Kantonsregierung - ebenfalls eine Premiere.

Insgesamt sind die Grünen aktuell mit sieben Mandaten in den kantonalen Exekutiven vertreten. Dazu kommen 183 Kantonsparlamentarier.

Majorzwahl als SVP-Sorgenkind

An der SVP führt auch auf kantonaler Ebene kein Weg vorbei. Von den insgesamt 2609 kantonalen Parlamentssitzen hat die SVP deren 576 inne. Ende 2015 stellte die Partei laut Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) 582 Mandate in den kantonalen Parlamenten. Damit bleibt die Sitzzahl der SVP nach 13 kantonalen Wahlen seit dem grossen Wahlherbst relativ konstant. Schwer tut sich die Partei aber weiterhin bei Regierungswahlen, bei denen meist das Majorzsystem zur Anwendung kommt. Mit 22 von insgesamt 154 Sitzen liegt die SVP hinter der FDP (42), CVP (40) und SP (27) nur auf Rang vier.

Sorgen macht sich die stärkste Schweizer Partei vor allem in der Westschweiz. Der sogenannte Parmelin-Effekt blieb aus. Die SVP erlitt in Neuenburg ein Debakel, verlor dort 13 Sitze im Parlament. Im Walliser Grossen Rat gewann sie zwar zwei Mandate, schied aber mit der Nichtwiederwahl von Oskar Freysinger aus der Regierung aus.

CVP im freien Fall

Den Schwung aus den nationalen Wahlen vor anderthalb Jahren mitnehmen konnte die FDP. Sie gewann seither bei kantonalen Parlamentswahlen mit Abstand am meisten Mandate aller Parteien. Mit insgesamt 566 Sitzen liegt sie nur noch knapp hinter der SVP. Unterschiedliche Entwicklungen machten die beiden anderen Bundesratsparteien durch. Während die SP ihre Mandate in den Kantonsparlamenten mehr oder weniger konstant halten konnte (460), musste die CVP beträchtliche Verluste hinnehmen und verlor über zwanzig Sitze.

Bei fast allen kantonalen Wahlen verloren die Christdemokraten an Terrain - auch in ihrem Stammland Wallis. Die Partei kommt momentan noch auf 426 Parlamentssitze in den Kantonen. Dafür stellt die CVP mit 40 Mandaten immer noch am zweitmeisten Regierungssitze.

Trend auch bei Parteistärken erkennbar

Die BDP musste auf kantonaler Ebene weiter Federn lassen. Sie kommt aktuell noch auf 64 Kantonsparlamentsmandate. Bei der GLP ist die Bilanz seit den Wahlen 2015 durchzogen. Die Grünliberalen gewannen in Schwyz und Schaffhausen ein paar Mandate dazu. Dagegen stagnierten oder verloren sie in der Romandie leicht.

Die Auswertung der kantonalen Wahlen deckt sich weitgehend mit einer Analyse des Forschungsinstituts gfs.bern von Mitte April. Demnach konnten SP, FDP, Grüne und GLP ihre Parteistärke gegenüber den Nationalratswahlen 2015 leicht ausbauen. SVP, CVP und BDP mussten hingegen Verluste in Kauf nehmen. Als Grund für den leichten Linkstrend wurde die Volksabstimmung über die Unternehmenssteuerreform III vom 12. Februar genannt.

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