15.01.2017 08:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ernährung
Ein Landwirt ernährt durchschnittlich 155 Menschen
Während ein Landwirt im Jahr 1900 im Durchschnitt so viele Nahrungsmittel erzeugte, dass er etwa vier Personen ernähren konnte, sind es heute 155 Personen.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (Deutschland) am vergangenen Mittwoch mitteilte, werden immer mehr Menschen von einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ernährt. So lag der Hektarertrag von Weizen zum Beispiel vor gut 100 Jahren bei 18,5 dt. Dagegen holten die Landwirte im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2015 etwa 77,1 dt Weizen von den Feldern.

Auch die Tierproduktion wurde intensiviert: 1900 gab es im damaligen deuschen Reichsgebiet noch über 5,6 Millionen Betriebe mit insgesamt gut 20,7 Mio Großvieheinheiten (GVE). Damals waren noch rund 25 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche zur Fütterung der Zugtiere notwendig. Heute gibt es dagegen nur noch 280 800 Betriebe mit insgesamt 13,3 Mio GVE. Dennoch ist die Gesamterzeugung an tierischen Produkten nun um ein Vielfaches höher als damals. Trotz dieser starken Produktivitätssteigerung ist Deutschland laut RLV aber stets ein Nettoimportland an Agrar- und Ernährungsgütern geblieben.

Im Jahr 1900 habe der Selbstversorgungsgrad Deutschlands bei Nahrungsmitteln bei 87 % gelegen, und auch Anfang des 21. Jahrhunderts bewege sich die Kennzahl bei starken jährlichen Schwankungen immer noch unter 100 %. Angesichts der Arbeitsteilung in der globalisierten Wirtschaft und der vom Verbraucher gewünschten Vielfalt ist der Selbstversorgungsgrad dem RLV zufolge allerdings kaum noch von gesellschaftspolitischer Relevanz.

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