31.05.2013 06:49
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bienen
Bundesrat will kein strengeres Insektizid-Verbot
Der Bundesrat will das Insektizid-Verbot zum Schutz der Bienen nicht ausweiten. Er zeigt sich aber einverstanden damit, die Ursachen des Bienensterbens genauer erforschen zu lassen und ein Massnahmenpaket zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vorzulegen.

Zum Bienensterben hatten die Wissenschafts- sowie die Umweltkommission des Nationalrates Vorstösse eingereicht. Die Wissenschaftskommission fordert unter anderem ein umfassendes Insektizid-Verbot. Die jüngst getroffenen Massnahmen reichten nicht aus, argumentiert sie. Es seien weitere extrem bienenschädliche Produkte auf dem Markt. 

Vor einigen Wochen hatte die EU beschlossen, den Gebrauch bestimmter Insektenvernichtungsmittel einzuschränken. Die Schweiz zog mit und suspendierte die Bewilligung von drei Insektiziden zur Behandlung von Raps- und Maissaatgut. 

Dramatische Konsequenzen für Landwirtschaft

Weiter möchte der Bundesrat nicht gehen: Ein Bewilligungsentzug für alle potenziell bienengefährlichen Insektizide hätte dramatische Konsequenzen für die Landwirtschaft, schreibt er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf den Vorstoss. Würden die Anwendungsvorschriften bei den Pflanzenschutzmitteln eingehalten, könne garantiert werden, dass die Bienenvölker keiner Gefahr ausgesetzt seien. 

Der Bundesrat beantragt den Räten, die Motion abzulehnen. Mit zwei anderen Kommissionsmotionen zum Bienensterben ist er dagegen einverstanden. Er ist bereit, bis Ende 2013 die Vorgehensweise für einen nationalen Bienen-Massnahmenplan zu definieren. Bis Ende 2015 sollen die Ursachen des Bienensterbens wissenschaftlich genauer untersucht sein, so dass Massnahmen ergriffen werden können. 

Risiken reduzieren 

Weiter ist der Bundesrat bereit, ein Massnahmenpaket zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu beschliessen, das bis in zehn Jahren die Risiken reduziert. In Deutschland sei bereits ein solches Massnahmenpaket beschlossen worden, hält die Wissenschaftskommission in ihrem Vorstoss fest. 

Die EU hatte mit ihrem Entscheid von diesem Frühjahr die Konsequenzen aus einem Gutachten gezogen. Gemäss diesem besteht ein «hohes, akutes Risiko» für Bienen durch die drei Stoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. 

Ursachen umstritten 

Von den Verboten betroffen sind Insektizide des Basler Agrochemie-Konzerns Syngenta und der deutschen Bayer. Syngenta zweifelt die wissenschaftliche Grundlage des Verbotes an. Umweltschutzorganisationen sehen den Entscheid dagegen als Schritt in die richtige Richtung. 

Die Stoffe aus der Gruppe der Neonicotinoide wirken auf das Nervensystem der Bienen. Diese verlieren dadurch unter anderem ihren Orientierungssinn und finden nicht mehr den Weg zurück in den Bienenstock. Allerdings ist umstritten, ob und wie stark das Bienensterben auf den Einsatz der Pflanzenschutzmittel zurückzuführen ist.

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