21.05.2014 12:56
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bienen
Bienenschutz: Bundesrat verstärkt Anstrengungen
Der Bundesrat will Bienen besser schützen. Er hat am Mittwoch einen entsprechenden Aktionsplan in Auftrag gegeben. Damit sollen die Risiken von Pflanzenschutzmittel reduziert und die Gesundheit von Bienen gefördert werden.

Mit dem Plan will der Bundesrat die bereits bestehenden Massnahmen besser koordinieren und klare Ziele festlegen, wie das Eidg. Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mitteilte. Zudem soll abgeklärt werden, ob weitere Instrumente notwendig sind. Das WBF wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Umweltdepartement (UVEK) und dem Innendepartement (EDI) bis Ende 2016 den Aktionsplan auszuarbeiten.

Nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Mit den vorgelegten zwei Berichten kommt der Bundesrat einem Vorstoss aus der Umweltkommission des Nationalrates nach, Massnahmen zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu ergreifen.

Konkrete Massnahmen finden sich allerdings nur wenige. In den Berichten macht der Bundesrat eine Auslegeordnung über die bestehenden Massnahmen im Bereich der Bienengesundheit und präsentiert den aktuellen Stand der Vorschriften sowie Kontroll- und Forschungsarbeiten.

Abklärungen bei Varroa-Milbe notwendig

Keine Massnahmen hat der Bundesrat zur Bekämpfung der Varroa-Milbe vorgeschlagen. Bevor Imker gesetzlich verpflichtet werden könnten, brauche es vertiefte Abklärungen, heisst es in der Mitteilung. Pflanzenschutzmittel stehen im Verdacht, die Bienen zu schwächen und damit anfälliger zu machen für die Varroa-Milbe.

Zum Schutz der Bienen schlägt der Bundesrat aber andere Massnahmen vor. Für die Bienen soll das Nahrungsangebot im Sommer verbessert werden, indem Blühstreifen für Bestäuber eingeführt werden. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollen neue Techniken bewilligungspflichtig werden, die eine präzisere Besprühung der behandelten Kulturen ermöglicht.

Zudem soll die Gruppe an der Eidg. Forschungsanstalt Agroscope, die für die Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln für Bienen verantwortlich ist, verstärkt und neue Testverfahren für den Bienenschutz entwickelt werden.

Gemischte Reaktionen

Greenpeace, Pro Natura, SVS/BirdLife und WWF begrüssen den Plan und fordern in einer gemeinsamen Mitteilung «griffige Massnahmen» und messbare Reduktionsziele im Aktionsplan. Zudem solle der Bund für Kostenwahrheit sorgen und die Entwicklung von Alternativen zu chemischen Pestiziden unterstützen.

Auch scienceindustries, der Wirtschaftsverband Chemie Pharma Biotech, «unterstützt Massnahmen für den sicheren und nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln», wie er am Mittwoch mitteilte. Die Industrie möchte bei der Ausarbeitung des Aktionsplans aber stärker miteinbezogen werden. Pflanzenschutzmittel trügen zu einer produktiven, nachhaltigen Landwirtschaft bei und damit zur Versorgung mit lokal produzierten Lebensmitteln.

In den Augen von Greenpeace genügt der am Mittwoch vom Bundesrat angekündigte Aktionsplan per 2016 aber nicht. Die Umweltschutzorganisation fordert vom Bundesrat ein «Sofortverbot für besonders bienenschädliche Pestizide». Schweizer Bienen dürften nicht zu Opfern von langwierigen administrativen Prozessen werden.

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