6.07.2015 12:48
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: „Zehn-Punkte-Milchpaket“ vertagt
In Österreich drängen die Oppositionsparteien auf ein Massnahmenpaket zur Unterstützung der Milchbauern. Die Abstimmung zu dem gemeinsam von den Grünen, der FPÖ, den NEOS und dem Team Stronach eingebrachten Entschliessungsantrag für ein „Zehn-Punkte-Milchpaket“ wurde am vergangenen Mittwoch vom Landwirtschaftsausschuss des Parlaments vertagt.

Der Vierparteienantrag beinhaltet als Kernforderung, dass jedem österreichischen Milchbauern für die ersten 65'000 Liter Rohmilch, was insgesamt in etwa dem Inlandsverbrauch von 2 Mrd. kg entspricht, ein garantierter Mindestpreis für konventionelle und für Bioware gewährleistet wird, „der sich an einer Vollkostenrechnung und an nachvollziehbaren und bewertbaren Qualitätsparametern orientiert“.

Der Agrarsprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, erklärte, es sei eng geworden für die Milchbauern. Er warf der Nahrungsmittelindustrie vor, sie setze zunehmend auf Produkte aus Palmfett und Milchpulver. Pirklhuber appellierte an Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, nach dem Vorbild Kanadas die Interessen der Milchbauern durch eine Branchenvereinbarung zu bündeln. Da die Milchpreise weiter fielen, seien Massnahmen zur Stabilisierung unbedingt erforderlich, so der Grüne.

Rupprechters ÖVP-Kollege Norbert Sieber kritisierte indes den Antrag scharf. Die darin vorgeschlagenen Massnahmen würden nach seiner Einschätzung die Struktur der Milchproduktion und die verarbeitenden Betriebe zerstören und die Bauern ruinieren, weil er lediglich auf Umverteilung zwischen grossen und kleinen Betrieben setze und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Gesamtsystems gefährden würde.

Der SPÖ-Abgeordnete Walter Schopf räumte ein, dass die Abschaffung der Milchquote grosse Veränderungen und Probleme hervorgerufen habe. Es sei aber noch zu prüfen, wer die Verlierer und wer die Gewinner der neuen Situation seien. Derweil klagte Leopold Steinbichler vom Team Stronach, dass es den Milchbauern schlecht gehe. Er forderte eine Vollkostenrechnung in der Milchproduktion und eine bessere Information der Konsumenten.

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