6.05.2015 13:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Holz
Waldwirtschaft spricht von gutem 2014
Der Dachverband Waldwirtschaft Schweiz zieht eine positive Bilanz über das Jahr 2014. Die Rundholzverarbeiter hätten rund fünf Prozent mehr Rundholz gesägt und auch die Holzpreise hätten eine leicht steigende Tendenz aufgewiesen. Der "Frankenschock" veränderte die Situation dramatisch.

Trotz eines milden Winters 2013/14 mit eingeschränkter Holzersaison, einem grassierendem Eschensterben sowie dem verstärktem Auftreten von Neophyten im Wald blickte die Waldbranche Ende 2014 leicht optimistisch in die Zukunft. Brancheninterne Auswertungen hätten ergeben, dass die Veluste bei den Forstbetriebe geringer ausgefallen seien als auch schon, heisst es im Communiqué von Waldwirtschaft Schweiz (WVS).

Doch der 15. Januar 2015 mit der verbundenden Aufhebung der Euro-Mindestkurese veränderte die Situation für die Branche grundlegend. Der «Frankenschock» habe alles auf den Kopf gestellt und trübe den Rückblick, heisst es weiter. Holzbestellungen seien von einem Tag auf den anderen storniert, Holzschläge, Personaleinstellungen und Investitionen sistiert und Schweizer Holz noch häufiger durch noch billigere Importware ersetzt worden.

Waldwirtschaft Schweiz habe aber sofort auf die neue Situation reagiert und bereits in den Vorjahren gesellschaftliche «Waldtrends» analysiert. Neben der Promotion für das Herkunftszeichen Schweizer Holz und der Kommunikation der guten Werte einheimischen Holzes sei die Inwertsetzung von Nicht-Holz-Waldleistungen immer mehr in den Fokus gerückt.

Leistungen für die Erholungsfunktion, Biodiversität und den Schutz vor Naturgefahren sollen künftig neben dem Holzverkauf neue Einnahmen bringen und die nachhaltige Waldpflege sichern. Der eingeschlagene Weg erweise sich nun angesichts der wohl noch länger anhaltenden Währungsprobleme als richtig.

Waldwirtschaft Schweiz (WVS) ist der Dachverband der Schweizer Waldwirtschaft. Er vertritt die Interessen der rund 3500 öffentlichen und 250'000 privaten Waldeigentümer. Der WVS setzt sich gemäss eigenen Angaben für Rahmenbedingungen ein, welche es den Schweizer Forstbetrieben erlauben, den Wald langfristig kostendeckend und nachhaltig zu bewirtschaften. Dem WVS sind kantonale und regionale Waldbesitzerverbände, Kantone sowie einzelne Waldeigentümer als Mitglieder angeschlossen.

Stammholzmarkt – mehr Rundholz

Die Zeichen für die Bauwirtschaft und den damit verbundenen Holzbedarf standen 2014 insgesamt weiterhin auf Wachstum. Während den Wintermonaten herrschte eine rege Bautätigkeit mit entsprechend guter Nachfrage nach Bauholzsortimenten. "Die Säger verteidigten ihre Schnittwarenproduktion gegen hohen Preisdruck, die Importe von Halb- und Fertigfabrikaten aus Holz legten dennoch weiter zu", schreibt der WVS. Die Waldbesitzer reagierten auf die gute Nachfrage und stellten mehr Rundholz bereit als ursprünglich geplant, so dass die Sägewerke ausreichend versorgt wurden.

Industrieholzmarkt – gedrückte Preise

Die Produkte der Papier- und Holzwerkstoffindustrie fanden mengenmässig guten Absatz, jedoch zu stark gedrückten Preisen, betont der WVS. Die Betriebe wurden während des ganzen Jahres bedarfsgerecht mit Nadelholz beliefert. Beim Laubholz ein Angebotsüberhang beobachtet, so dass die Holzannahmen zeitweise kontingentiert wurden.

Energieholzmarkt – Verbrauch tiefer

Der Verbrauch an Energieholz war aufgrund des milden Winters generell tiefer als erwartet. Eine grössere Menge Holz, die für die grossen Holzheizkraftwerke bereitgestellt wurde, blieb als Vorrat auf den Waldlagern zurück. Auch im vierten Quartal des Jahres fielen die Temperaturen nur kurze Zeit auf Werte, die einen normalen Energieholzverbrauch erforderten, so WVS. Gefragt war trockenes ofenfertiges Stückholz.

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