21.08.2017 15:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Holz
Umfrage: Gehen Sie noch holzen?
Im Schweizer Wald liegen grosse Mengen an Holz, das geschlagen werden sollte. Aufgrund der schlechten Marktsituation bleibt die Motorsäge oft stumm. Wie sieht es bei Ihnen aus? Schlagen Sie in Ihrem Wald Holz? Oder lassen Sie es sein? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Der Holzschlag ist in der Schweiz in der Regel ein Verlustgeschäft. Die alarmierenden Stimmen von Forstbetrieben, Landwirten oder Sägereien vom Verlustgeschäft «Schweizer Holz» wurden in den vergangenen Monaten immer lauter.

35 Millionen Unterdeckung

Mitte Juli wurden diese Stimmen durch die Statistiker des Bundes erneut bestätigt. Das Bundesamt für Statistik (BFS) teilte mit, dass wie im Vorjahr auch 2016 die Mehrheit der Schweizer Forstbetriebe ein Defizit verbuchten. Der Rückgang ist vor allem eine Folge der tiefen Preise. Gemäss BFS sind die Rohholzpreise 2016 um 1.7 Prozent gesunken.

Dazu bekam die Branche nach Auskunft des BFS auch die starke ausländische Konkurrenz bei Halbfertigwaren wie Balken und Fertigbauelemente zu spüren. Daneben wirkte sich auch die vermehrte Vermarktung von Energieholz auf Kosten von wertvollerem Stammholz negativ auf die Einnahmen aus. Beides, die Betriebseinnahmen (495 Mio. Fr.) wie auch die Betriebsausgaben (530 Mio. Fr.) reduzierten sich 2016 gegenüber dem Vorjahr um je 25 Millionen Franken. Schweizweit ergab sich damit eine Unterdeckung von 35 Millionen Franken.

5 Franken Verlust pro Kubik

Pro Hektar umgerechnet ergibt sich ein Minus von 64 Franken oder 5 Franken pro geschlagenen Kubikmeter Holz. Einzig in den Forstzonen Mittelland und Jura hätte die Holzernte 2016, vor Abzug der übrigen Betriebskosten (u.a. Waldpflege, Erschliessung oder Verwaltung), kostendeckend betrieben werden können. Dass der Holzschlag gegenüber 2015 um 2 Prozent auf 4.46 Millionen Kubikmeter zurückging, ist daher nicht verwunderlich. Damit erreichte die Holzernte ein Zehnjahrestief.

Besonders in den öffentlichen Wäldern (Kanton, Gemeinden, Bürgergemeinden, Kooperationen) nahm der Holzschlag mit 2.5 Prozent deutlich ab. Insgesamt wurden dort 3,02 Millionen m3 Holz gefällt. In den Privatwäldern betrug das Minus rund 1 Prozent. Die geschlagene Menge lag bei 1,43 Millionen m3.  Von 2014 auf 2015 wurde hier aber ein starkes Minus von 16 Prozent beobachtet. Forstbetriebe (betrieblich organisierte Einheiten) und der Kleinwald (betrieblich nicht organisiert) teilten sich gemäss BFS die Holzernte ungefähr je zur Hälfte auf.

Stammholz mit deutlichen Minus

Unterschiede gab es bei den Sortimenten. Beim mengenmässig wichtigsten Sortiment, dem Stammholz, resultierte 2016 ein Rückgang von 4 Prozent oder 90'000 Kubikmeter. Beim Energieholz wurde mit einem Plus von einem Prozent ein leichtes Plus registriert. Bei dem mengenmässig zweitwichtigsten Sortiment gibt es allerdings eine Verschiebung weg vom Stückholz (–6%), hin zu Hackholz (+6,5%). Als drittwichtigstes Sortiment blieb das Industrieholz unverändert.

Grösster Holzlieferant war 2016 der Kanton Bern mit 853'000 Kubikmetern. Es folgten die Waadt (398'500) und Zürich (371'000).  Wie sieht es bei Ihnen aus? Besitzen Sie Wald? Und wenn ja, schlagen Sie noch Holz? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

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