5.08.2016 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Holz
Trotz Bergwäldern: Limitiertes Klangholzpotenzial
Nicht nur im Vallée de Joux gibt es vorzügliches Klangholz, sondern auch im Berner Oberland, in Graubünden und anderen Bergregionen Europas. Das Potenzial für Vermarktung von Schweizer Klangholz ist aber trotz den vielen Gebirgswäldern begrenzt.

Gezielt nach Klangholz gesucht wird unter anderem in den Waadtländer Voralpen bei Rougemont, im Berner Oberland bei Brienz, im Muotathal, im Appenzell oder im Kanton Graubünden. Aber auch in Süddeutschland, dem französischen Jura, den italienischen Dolomiten und sogar bis in die rumänischen Karpaten gibt es Klangholzfichten.

Klangholzhändler in der Schweiz müssten sich weltweit vermarkten, sagt Philippe Domont, studierter Forstingenieur und heute selbständiger Betreiber eines Kommunikationsbüros. Er arbeitete bereits 2000 ein vom Bund unterstütztes Projekt zur Aufwertung des Klangholzes aus. In der Schweiz würden vielleicht zehn Bäume pro Jahr für den Instrumentenbau gebraucht, schätzt Domont. Wie für den Verbrauch im Inland gibt es zu den Exportzahlen keine Erhebungen, das Export-Volumen dürfte sich aber auf 100 bis 200 Stämme belaufen.

Der Inland-Verbrauch lasse sich kaum steigern, weil die Zahl der Instrumentenbauer begrenzt sei. Für den Export könnte man wohl mehr Klangholz aus den jährlichen Holzschlägen aussortieren und vermarkten. Wegen der komplizierten Logistik und Suche nach dem geeigneten Holz bleibe das Potenzial dafür aber limitiert, sagt Domont.

Dennoch biete die Vermarktung von Klangholz Chancen für die Waldbesitzer, die unter den tiefen Holzpreisen leiden. Klangholz könne ein guter Imageträger für einen Wald sein, weil es mit qualitativ hochstehenden Produkten wie Geigen oder Gitarren in Verbindung gebracht werde.

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