6.03.2014 18:03
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Holz
Schwieriger Winter für Waldwirtschaft
Der milde und nasse Winter hat dieses Jahr manch einen Baum vor dem Fällen bewahrt: Wegen der aufgeweichten Waldböden konnte vielerorts weniger Holz geerntet werden als geplant. Die Waldwirtschaft leidet. Die Lieferverträge dürften aber eingehalten werden.

Als problematisch erweist sich der nasse Boden in den so genannten Rückegassen. Diese unbefestigten Korridore dienen dazu, gefällte Bäume aus den Waldparzellen zu befördern - oder eben zu «rücken». Dabei kann der Boden verunstaltet werden, wie der Verband Waldwirtschaft Schweiz WVS am Donnerstag mitteilte.

Ernte mit Motorsäge keine Alternative

Problematisch wird dies erst, wenn die schweren Maschinen den Boden verdichten und die Bäume nicht mehr Wurzeln schlagen können. Bei schlechten Witterungsbedingungen fallen deshalb die Erntekosten höher aus, erklärt der Dachverband der Waldeigentümer. Der Aufwand für den Abtransport und allfällige Reparaturkosten fielen höher und die Erntemengen insgesamt tiefer aus als geplant.

Die herkömmliche Holzernte mit Motorsäge und Rücke-Traktor sei keine Alternative. Gemäss WVS ist diese "relativ" aufwändig, gefährlicher und auf nassen Böden ebenfalls schädlich. Zudem fielen wegen der tiefen Rohholzpreise die Erntekosten rasch höher aus als der erzielte Erlös aus dem Holzverkauf. Dies könnten sich professionelle Forstbetriebe nicht können, hebt der WVS hervor.

Aufgrund der nassen und warmen Witterung wurden viele Bäume, die für das Fällen vorgesehen waren, nicht geschlagen. Die wirtschaftlichen Folgen seien noch nicht abschätzbar, heisst es weiter. Der WVS geht davon aus, dass die meisten Lieferverträge zwischen den Forstbetrieben und den Verarbeitern eingehalten werden.

Die Hälfte der Forstbetriebe in den roten Zahlen

Der Start in die Holzernte-Saison verlief gut. Stabile Preise für Industrie- und Rundholz, die nach schlechten Jahren wieder belebte Buchen-Nachfrage (für Fernabsatz) sowie ein allgemeiner Nachholbedarf bildeten vielversrechende Voraussetzungen. Zudem wurde beim Nadel-Stammholz der Preis pro Festmeter um fünf Franken erhöht. Die Waldbesitzer haben im Dezember auch rege Holz geschlagen, welches rasch abgeführt wurde.

Aufwand für den Abtransport und allfällige Reparaturkosten waren höher und die Erntemengen insgesamt tiefer als geplant, schreibt der WVS weiter. "Dies wird den Waldeigentümern zu schaffen machen, zumal bereits über die Hälfte der heimischen Forstbetriebe in den roten Zahlen wirtschaftet", so die deutlichen Worte. Genau so betroffen sind die Forstunternehmer. Aufgrund ausbleibender Aufträge sowie mangels kurzfristiger Arbeitsalternativen waren sie zur Untätigkeit gezwungen.

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