13.11.2017 06:13
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Nur hochwertige Schnitzel heizen effizient
Die hochwertige Qualität des Brennstoffs, der Einsatz eines modernen Kessels und die korrekte Handhabung der Anlage bestimmen beim Heizen mit Hackschnitzeln über die Effizienz der Wärmeerzeugung. Wie der stellvertretende Leiter des Sachgebiets „Biogene Festbrennstoffe“ beim Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe (TFZ), Daniel Kuptz, beim Seminar „Wärmegewinnung aus Biomasse“ ausführte, kann ein Kessel weder energieeffizient noch emissionsarm laufen, wenn das Brennmaterial nicht die richtigen Voraussetzungen erfüllt.

Die Herkunft des Hackschnitzels sei für seine Qualität ausschlaggebend, ob es also aus Waldrestholz, Energierundholz oder Holz aus der säge- und holzverarbeitenden Industrie stamme. Produkte aus Energierundholz oder Sägerestholz wiesen meist sehr niedrige Rinden- und Grünanteile auf, während solche aus Waldrestholz deutlich sichtbar Nadeln und Rinde enthielten.

Solche Reste, wie auch Blätter, hätten einen hohen Gehalt an verbrennungskritischen Inhaltsstoffen und sorgten für ein hohes Ascheaufkommen.

Für die private Anwendung empfahl Kuptz daher Hackschnitzel mit einem möglichst hohen Holzanteil. Generelle empfahl er den Praktikern, sich an der aktuell gültigen, internationalen Brennstoffnorm zu orientieren.

Zertifiziertes Holz verwenden

Sie lege fest, welche Qualitätskriterien hochwertige Hackschnitzel erfüllen müssten. Entsprechend ihres Wasser- oder Aschegehalts kategorisiere die Norm die Schnitzel in die Spezifikationen A1 bis B2.

Das kürzlich entwickelte Zertifikat „ENplus“ orientiere sich an dieser Norm und stehe für hohe Qualität. „Zertifizierte Hackschnitzel sind derzeit noch eher selten und noch nicht flächendeckend verfügbar“, gab der TFZ-Fachvertreter zu bedenken.

Elf zertifizierte Unternehmen

Bundesweit seien aktuell rund elf Unternehmen entsprechend zertifiziert. Praktiker hätten aber auch die Möglichkeit, die Hackschnitzelqualität in Eigenregie zu verbessern, beispielsweise durch Sieb- oder Trocknungsverfahren.

Karin Bruhn vom Beraternetzwerk LandSchafftEnergie wies auch darauf hin, dass der Wirkungsgrad von modernen Hackschnitzel-, Scheitholz- und Pelletfeuerungen schon seit mehr als zehn Jahren ein Niveau von bis zu 95 % erreicht habe. 

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