11.09.2013 06:59
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
Holz
Nur 21% des Bauholz stammt aus der Schweiz
Mit Holz bauen ist in. Doch viel Bauholz wird importiert. Das will BEO Holz mit Aufklärung und Imagepflege ändern.

«Wir könnten jeden Tag mit dem Holz, das in Berner Wäldern nachwächst,  200 Einfamilienhäuser bauen. Tatsächlich sind es aber nur die Hälfte», sagte Erich von Siebenthal, Nationalrat (SVP, BE) und Präsident der Arbeitsgruppe BEO Holz.  Diese warb am Montag im Berner Rathaus bei Grossräten und Gemeindepolitikern für den Einsatz von Schweizer Bauholz. «Welcher Rohstoff ist CO2-neutral? Welcher Rohstoff ist nie ein Abfall?», fragte von Siebenthal und gab die Antwort gleich selber: «Holz!»

Mehr grosse Holzhäuser

Holzingenieur Stefan Zöllig erklärte, dass der Holzbau zwar auf Erfolgskurs sei: «In den letzten Jahren wurde gerade im Kanton Bern viel mehr mit Holz gebaut.» Vor gut zehn Jahren habe seine Firma in erster Linie Einfamilienhäuser mit Holz geplant. Seither seien die Holzbausiedlungen immer grösser geworden. Als ein Beispiel nannte er die Siedlung Oberfeld in Ostermundigen: «Dort haben wir 110 Wohneinheiten aus Holz gebaut.»

Viel Bauholz importiert

Aber auf der anderen Seite gebe es trotz des Baubooms einen grossen Wermutstropfen. Viel Bauholz werde importiert. Zöllig rechnete an drei Referenzbeispielen vor, welche Anteile am jeweiligen Bauholz woher stammten. Das Resultat sei ernüchternd. 37 Prozent des Holzes stammten aus Österreich, 34 Prozent aus Deutschland und nur gerade  21 Prozent aus der Schweiz. Die Gründe für den Holzimport seien vielfältig. Zwar sei das Schweizer Holz direkt am Waldrand nicht teurer als die Importware. «Der Eurokurs, die hohen Schweizer Lohnkosten oder auch Subventionen für die Holzindustrie in der EU verschlechtern die Konkurrenzfähigkeit des Schweizer Holzes», erklärte er.

Deshalb werde bei den Vergabeverhandlungen oft der Passus «Schweizer Haus» rausgeschmissen. «Das ist eine Fehlentwicklung, die unserem Land nicht gut tut», doppelte Zöllig nach. Es sei deshalb wichtig, die Bauherrschaft von Schweizer Holz zu überzeugen. «Diese soll darauf hingewiesen werden, auf das Herkunftszeichen Schweizer Holz Gewicht zu legen», rief er auf. Aufpassen müsse man beim Label «heimisches Holz». Denn dieses stamme meist nicht aus der Schweiz, sondern aus dem umliegenden Ausland. 

Buche wenig genutzt

Auch Heinrich Gartentor, Künstler aus Horrenbach-Buchen, arbeitet mit Holz. Er referierte deshalb zum Thema «Horrenbacher Buchenholz?». In der Schweiz gebe es immer mehr Buchen. «Doch nur 6% des Buchenholzes werden überhaupt genutzt», kritisierte er. Er verwende in seinen Kunstprojekten des Öftern Holz. So erwähnte er den Holzsteg, den er zur Erschliessung seiner Ausstellung im  Autofriedhof Kaufdorf baute. Als neuestes Projekt will er in Thun eine neue Aarebrücke bauen. «Hierzu verwenden wir natürlich Schweizer Holz», bemerkte er.

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