3.08.2015 07:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
Notstand: Waldbrände ausser Kontrolle
Tausende Feuerwehrleute haben am Wochenende im von der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten heimgesuchten Kalifornien gegen die heftigen Buschbrände gekämpft. Sie waren in dem US-Bundesstaat gegen mehr als 20 grosse Feuer im Einsatz.

Der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA erlebt derzeit eine der schwersten Dürreperioden in seiner Geschichte. Vielerorts ist die Vegetation völlig ausgetrocknet und deshalb leicht entflammbar.

49'000 Hektar Land zerstört

Seit Donnerstagabend seien bei Trockengewittern tausende Blitzschläge über dem Land niedergegangen und hätten hunderte kleine Brände entfacht, teilte die für den Brandschutz zuständige Behörde Calfire am Sonntag mit. Weitere Gewitter mit nur wenig Regen standen bevor, besonders im Norden Kaliforniens wurde mit erhöhter Brandgefahr gerechnet.

Nach Angaben der kalifornischen Regierung wurden bei den Bränden bislang etwa 49'000 Hektar Land zerstört. Der grösste Brand loderte den Angaben zufolge im Bezirk Lake, dort wurden 24 Häuser und 26 weitere Nebengebäude zerstört.

12'000 Menschen evakuiert

Das Feuer befand sich demnach nur zu fünf Prozent unter Kontrolle. Fast 12'000 Menschen mussten in der Region ihre Häuser verlassen. Etwa 8500 Feuerwehrleute waren im Einsatz, einige von ihnen wurden aus den benachbarten Bundesstaaten Nevada und Colorado als Verstärkung geschickt. Auch die kalifornische Nationalgarde wurde mobilisiert.

Augenzeugen schilderten Endzeitszenen, als dichter schwarzer Rauch den Tag zur Nacht machte und die Brandwalze grosse Waldgebiete und forstwirtschaftliche Nutzflächen sowie Fahrzeuge und Autos vernichtete. Lange Highway-Abschnitte wurden vorsichtshalber in beiden Richtungen gesperrt.

Notstand ausgerufen

Kaliforniens Gouverneur Edmund Brown hatte bereits am Freitag den Notstand ausgerufen. Anhaltende Dürre und die «extremen Wetterbedingungen» hätten Kalifornien in ein «Pulverfass» verwandelt, erklärte der Gouverneur. Zugleich sprach der Politiker der Demokratischen Partei der Familie sowie den Freunden und Kollegen des am Donnerstag tödlich verunglückten Feuerwehrmanns Dave Ruhl sein Beileid aus. Der 38-jährige Ruhl stammte aus South Dakota.

In diesem Jahr gab es in Kalifornien nach amtlichen Angaben schon über tausend Brände mehr als sonst. Wegen der anhaltenden Trockenheit wurde inzwischen auch das Wasser rationiert.

Nationalgarde kämpft gegen Waldbrände

In Kalifornien kämpfen nun auch Soldaten der Nationalgarde gegen die immer weiter um sich greifenden Waldbrände. Die Soldaten sollen mit mehreren grossen Löschflugzeugen in den Kampf gegen die Flammen eingreifen, teilte die Feuerwehr mit.

Zwei Flugzeuge seien bereits vor Ort eingetroffen, hiess es. Vor allem ein sich rasch ausbreitender Brandherd rund 160 Kilometer nördlich von San Francisco bereite Sorgen. Die Flammen hätten sich bereits auf eine Fläche rund 190 Quadratkilometer Wald- und Buschland ausgebreitet. Etwa 12'000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen, 5000 Gebäude seien bedroht, teilten die Behörde auf Twitter mit.

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