21.05.2013 15:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Holz
Menschenrechtsverletzungen - Danzer verliert FSC-Label
Der Holzkonzern Danzer mit Sitz in Baar ZG verliert das Nachhaltigkeitslabel FSC. Grund sind Menschenrechtsverletzungen einer ehemaligen Tochterunternehmung des Konzerns. Danzer will nun einen konstruktiven Weg einschlagen, um die Zertifzierung zurückzuerhalten.

Der Vorstand des Forest Stewardship Council (FSC) habe beschlossen, sich von der Danzer Group zu trennen, nachdem gründliche Nachforschungen den Nachweis erbracht hätten, dass die ehemalige Tochter von Danzer SIFORCO in Menschenrechtsverletzungen in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) verwickelt gewesen sei, heisst es in einer Mitteilung von FSC vom Dienstag. 

Alle Danzer-Unternehmen verlieren Recht

Ursprünglich hatte Greenpeace die Beschwerde eingereicht. Konkret geht es um Vorfälle in der Dorfgemeinde Yalisika im Jahr 2011, wonach Danzer und SIFORCO wiederholt Menschenrechte und althergebrachte Rechte von Waldgesellschaften verletzt haben sollen, ebenso die Rechte von Waldarbeitern. Nach dem Entscheid verlieren alle Unternehmen der Danzer Gruppe die FSC-Zertifizierung und damit das Recht, die FSC-Handelsmarke zu nutzen. 

Der Ausschluss ist aber vorübergehend, sofern Danzer diverse Bedingungen erfüllt. So muss das Unternehmen die gemachten Versprechungen wie etwa den Bau einer Schule, eines Gesundheitszentrums und einer Strasse in Yalisika erfüllen erfüllen. Die Lieferung von Material und Ausrüstung reiche nicht, es brauche auch vermitteltes Knowhow, schreibt FSC in der Mitteilung. Weiter fordert die Nichtregierungsorganisation die Einführung von Konfliktlösungsverfahren. 

Danzer will Bedingungen erfüllen

Danzer zeigt sich in einer Stellungnahme bereit, Bedingungen zu erfüllen, um das Label wieder zu erhalten. Wenngleich Danzer den der Entscheidungen zugrunde liegenden Vorfall auch anders beurteile, unterstütze das Unternehmen die Massnahme, um die Reputation und die Marke FSC nicht zu beschädigen, schreibt Danzer. 

Weiter betonte Danzer sein Verantwortungsbewusstsein und sein Selbstverständnis als nachhaltig orientiertes Unternehmen. Um die Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, wird Danzer für die Wiederaufnahme der Mitgliedschaft auch mit einem Friedensforschungsinstitut zusammenarbeiten.

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