12.09.2017 13:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Holzenergie
Entsorgung von Holzasche in Kritik
Eigentlich müssten die 62'000 Betreiber von Holzzentralheizungen seit Anfang 2016 ihre Asche zuerst chemisch behandeln und danach in einem Labor analysieren lassen, bevor sie diese in einer Deponie entsorgen können. Holzenergie Schweiz wehrt sich gegen diese zusätzlichen Anforderungen und will nun mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine verträglichere Lösung finden.

Durch das Verbrennen von Holz entsteht Chrom VI, ein wasserlöslicher, stark toxischer und krebserregender Stoff. Bis zum Inkrafttreten der bundesrätlichen Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) am 1. Januar 2016 konnte diese Asche problemlos auf einer sogenannten Inertstoffdeponie entsorgt werden, zusammen mit anderen gesteinsähnlichen und schadstoffarmen Materialien wie zum Beispiel Bauabfällen.

90 bis 240 Franken pro Tonne

Die neue Verordnung verlangt nun aber von den Betreibern von Holzzentralheizungen, dass sie die Chrombelastung in ihrer Asche vor der Entsorgung durch eine chemische Behandlung von Chrom VI auf Chrom III reduzieren. Danach muss ein Labor bestätigen, dass die Grenzwerte eingehalten werden, bevor die Asche entsorgt werden kann. Die Gesamtkosten für Behandlung, Transport und Ablagerung liegen gemäss Schätzungen des Bundes bei rund 90 bis 240 Franken pro Tonne.

«Während Jahrtausenden entsorgten die Menschen ihre Holzaschen auf dem Feld, im Garten oder in jüngerer Zeit in der Inertstoffdeponie. Doch von heute auf morgen wurde daraus ein hochtoxischer Stoff, der aufbereitet werden muss», sagte Andreas Keel von Holzenergie Schweiz gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die zusätzlichen Kosten für die Entsorgung seien dabei nicht einmal das Hauptproblem, sondern der unverhältnismässige Aufwand für die Betreiber. Bei einer privaten Holzpellet-Heizung entstehe nur gerade ein 35-Liter-Sack an Asche.

Entsorgungsnotstand

Ausserdem stünden nicht genügend Aufbereitungsanlagen zur Verfügung, schrieb Holzenergie Schweiz in einer Medienmitteilung vom Dienstag weiter. In seiner Antwort auf eine Interpellation von Ständerätin Brigitte Häberli-Koller (CVP/TG) gab der Bundesrat vergangene Woche zu, dass in der Schweiz nicht genügend Behandlungskapazitäten zur Verfügung stünden, «um bei allen Holzaschen eine ChromVI -Reduktion durchführen zu können».

Deshalb prüfe das BAFU nun eine Verordnungsänderung mit einer Übergangsregelung: Demnach könnten die Holzaschen während fünf Jahren wie bisher abgelagert werden. Ausserdem habe das Bundesamt die betroffenen Akteure in der zweiten Hälfte 2017 zu einem Runden Tisch eingeladen.

Gemäss Holzenergie Schweiz teilte das BAFU dem Verein im August brieflich mit, dass auch eine Lösung geprüft würde, wonach Holzaschen aller Art auf speziellen Deponien zusammen mit den Schlacken aus Kehrrichtverbrennungsanlagen (KVA) entsorgt werden könnten - und das ohne zeitliche Beschränkung. Für den Verein wäre dies die ideale Lösung. Denn weil die KVA-Schlacken viel Eisen enthielten, würde dort die erforderliche Chromreduktion von selbst erfolgen. Damit wäre keine aufwendige Aufbereitung der Holzaschen mehr nötig, hiess es.

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