23.07.2015 13:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Holzwirtschaft
Dunkle Wolken trotz höherer Holzernte
In den Schweizer Wäldern ist 2014 mehr Holz geschlagen worden. Das Plus betrug der Prozent. Zu schaffen macht der Forstwirtschaft jedoch der starke Franken. Weil importiertes Holz billiger und gleichzeitig der Export deutlich schwieriger wurde, sind die Holzpreise um 15 Prozent gesunken.

Die Preissenkung werde sich negativ auf die Ernte und die Einnahmen der Schweizer Forstbetriebe auswirken, heisst es in der am Donnerstag publizierten «Forststatistik 2014» der Bundesämter für Statistik (BFS) und für Umwelt (BAFU). Der leichte Aufschwung von 2013 und 2014 werde im laufenden Jahr höchstwahrscheinlich getoppt.

Um die Nachfrage anzukurbeln, will die Wald- und Holzwirtschaft potenzielle Käufer für Holz aus dem Schweizer Wald sensibilisieren. Erste Schritte dazu sollen Ende August an der Schweizer Forstmesse in Luzern präsentiert werden.

Mehr Stamm- und Industrieholz

Wie im Vorjahr wurde auch 2014 mehr Schweizer Holz genutzt. Der Anstieg betrug rund 135‘000 m3 oder rund drei Prozent. Die geschlagene Holzmenge betrug total 4,91 Millionen Kubikmeter. Grund ist hauptsächlich die gestiegene Nachfrage nach dem mengen- und ertragsmässig wichtigsten Sortiment, dem Stammholz (+106‘000 m3 bzw. +4%).

Zunehmend war auch die Laubholzernte (+19%), doch der Anteil an der Gesamternte ist weiterhin klein. Trotz technischen wie ökonomischen Herausforderungen bestünde hier viel Potential, schreibt das BAFU. Ein starkes Plus von 8 Prozent (38'000 Kubikmeter) wurde auch beim Industrieholz registriert. Insgesamt wurden 525'000 m3 Industrieholz geschlagen. Weniger stark gefragt war wegen des milden Winters Energieholz. Hier stagnierte die Menge bei 1,8 Millionen Kubikmeter.

Keine Trendwende bei Wirtschaftlichkeit

Während in den öffentlichen Wäldern die Holzernte im Vergleich zum Vorjahr konstant blieb, wurde in den privaten Wäldern 7 Prozent mehr Holz geschlagen. Die höchste Erntemenge verzeichnete der Kanton Bern mit 972'000 Kubikmetern. Dahinter folgen die Kantone Waadt (479'000 Kubikmeter) und Graubünden (405'000 Kubikmeter).

Das Gesamtergebnis hat sich mit einer Unterdeckung von rund 50 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr wieder verschlechtert. Leicht höheren Holzerlösen standen höhere Kosten in der Holzernte und tiefere Erlöse bei der Produktion von Sachgütern, wie beispielsweise Stückholz und Hackschnitzel gegenüber. Laut dem forstwirschaftlichen Testbetriebsnetz des BAFU resultierte 2014 für die Waldbesitzer ein Verlust von durchschnittlich 8 Franken pro Kubikmeter Holz.

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