30.11.2012 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Andreas Landwehr, dpa
Wald
China ist grösster Importeur von illegal geschlagenem Holz
China hat sich zum grössten Markt für illegal geschlagenes Holz aus anderen Ländern entwickelt. Mit Hilfe krimineller Organisationen importiere das Land dieses Holz im grossen Stil, erklärte die Organisation Environmental Investigation Agency (EIA) in Peking.

Im vergangenen Jahr habe das rasant wachsende Reich der Mitte nach vorsichtigen Schätzungen 18,5 Millionen Kubikmeter Holz aus unerlaubtem Einschlag im Wert von 3,7 Milliarden US-Dollar eingeführt, heisst es in dem Bericht der EIA vom Donnerstag. Die wahre Zahl dürfte wahrscheinlich viel höher liegen.

China schützt nur eigene Wälder

Der illegale Holzeinschlag ist weltweit ein Milliardengeschäft. Das jährliche Handelsvolumen wird auf 30 bis 100 Milliarden US-Dollar geschätzt. In einigen Ländern in Asien und Afrika fache die Nachfrage aus China die Korruption an, beklagte Faith Doherty, Leiterin der Waldkampagne der Organisation.

Während die chinesischen Behörden lobenswerte Schritte zum Schutz der eigenen Wälder unternähmen, «tun sie praktisch nichts gegen den illegalen Holzhandel». Mit Hilfe der Regierung habe sich eine grosse holzverarbeitende Industrie entwickelt, die auf den Import ihrer Rohmaterialien angewiesen sei.

EIA: China «exportiert Entwaldung»

«China exportiert jetzt gewissermassen die Entwaldung rund um den Erdball», sagte Doherty. Die chinesische Holzindustrie produziere viel für den Export, aber die starke Bautätigkeit und der wachsende Wohlstand in China hätten zu einem starken Anstieg der heimischen Nachfrage geführt, erklärte die Organisation.

Die Kluft zwischen dem heimischen Angebot von Holz und dem Bedarf der Holzindustrie wachse. Im benachbarten Burma kauften chinesische Firmen Berge auf. Die Nachfrage aus China beinträchtige die  Waldökosysteme in den Nachbarländern in Südostasien, im Fernen Osten Russlands und zudem auch in Afrika und in Zentralamerika.

30 Prozent des Holzschlags illegal

Nach Schätzungen von Interpol und des Umweltprogramms der UNO sind bis zu 30 Prozent des jährlichen Holzschlags in der Welt illegal. In tropischen Ländern steige der Anteil auf 50 bis 90 Prozent. Der Wert des illegalen Holzhandels in der Asien-Pazifik-Region wurde auf etwa elf Milliarden US-Dollar geschätzt.

«Jeder weitere bedeutungsvolle Fortschritt zum Schutz der Wälder der Welt wird untergraben, solange die chinesische Regierung nicht schnell handelt und durchgreift, um sicherzustellen, dass illegal geschlagenes Holz von ihrem Markt verbannt wird», sagte Doherty.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE