18.12.2017 09:52
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Obst
Mit Windmaschine gegen Frost
Im diesem Frühling hat der Frost in Mitteleuropa zu massiven Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen geführt. Die Bauern waren oft machtlos. Nun testet eine österreichische Versuchsstation eine Windmaschine.

Der Aprilfrost führte bei den Bauern zu grossen finanziellen Verlusten. Aufgrund der warmen Temperaturen im März und Anfang April blühten die Obstbäume früher als sonst. Mitte April sorgte aber eine Kältewelle während mehreren Tagen für Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Die Bauern versuchten mit Frostkerzen und Frostberegnung das Schlimmste zu verhindern. Oft hatten sie keine Chance, die Luft kühlte zu stark ab. In der Steiermark, dem wichtigsten Anbaugebiet für Äpfel in Österreich, wird nun eine Windmaschine getestet. Das etwa zehn Meter hohe Gerät soll gemeinsam mit Paraffinkerzen oder anderen Heizmitteln im Obstbau zum Einsatz kommen, berichtet ORF Online.

Die Rotorblätter sollen warme und kalte Luft mischen. «Damit die Katastrophe nicht eintritt, braucht es oft nur ein, zwei Grad Unterschied. Wir wollen mit diesen Windmaschinen jetzt testen, ob das auch in der Praxis funktioniert. Es gibt mehrere Länder, die das schon sehr erfolgreich einsetzen», sagt Landesrat Johann Seitinger.

Eine Windmaschine kann eine Fläche von sieben Hektaren schützen. Das Gerät hat seinen Preis. Es schlägt mit 60'000 Euro (70'000 Franken) zu Buche. Getestet wird auf der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Haidegg. Für die Bauern könnte die Maschine eine wichtige Hilfe werden. In der Steiermark werden 80 Prozent der Äpfel Österreichs produziert. Der Schaden, der Frost in den beiden vergangenen Jahren verursachte, wird auf 400 Millionen Euro (470 Mio. Fr.) beziffert.

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