23.11.2017 14:56
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
Glyphosat: EU verteidigt Zulassung
Die EU-Staaten sollen am Montag noch einmal eine Lösung im Streit um die Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat finden. Die Aussichten auf eine Einigung werden allerdings nicht optimistisch gesehen.

Unterdessen verteidigte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis den Vorschlag der EU-Kommission für eine Zulassungsverlängerung von Glyphosat. Die Kommission müsse sich auf die wissenschaftlichen Organisationen verlassen, sagte Andriukaitis am Donnerstag in Brüssel.

Gewisse Gefahr

Die EU-Agenturen EFSA (Lebensmittelsicherheit) und ECHA (Chemikalien) würden Glyphosat nicht als krebserregend einstufen, sagte Andriukaitis. Wie jede andere Chemikalie stelle Glyphosat zwar eine gewisse Gefahr dar, diese sei aber handhabbar. Der EU-Kommissar räumte aber ein, dass das Internationale Krebsforschungszentrum (IARC) Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend einstufe, doch habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diesen Befund nicht geteilt.

EU-Kommission bleibt hart


Andriukaitis machte aber klar, dass die EU-Behörde an ihrem Vorschlag für eine fünfjährige Verlängerung für den Glyphosat-Einsatz zunächst festhalte. Das Ergebnis werde man am Montag im Berufungsausschuss sehen, sagte er weiter. Sollte im Ausschuss erneut keine Mehrheit für oder gegen die Verlängerung zustande kommen, entscheidet die EU-Kommission im Alleingang.

Die Sitzung am Montag dürfte somit die letzte Gelegenheit bieten, dass sich die EU-Staaten in der Causa noch auf eine gemeinsame Linie einigen. Denn die Zulassung von Glyphosat in der EU läuft am 15. Dezember ab.

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