17.10.2016 06:08
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Tierische Proteine gut für Tierwohl
Die Verfütterung tierischer Proteine kann dabei helfen, Schwanzbeissen bei Schweinen und Federpicken beim Geflügel einzudämmen. Das berichtete Prof. Petra Wolf von der Universität Rostock auf der Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte (VVTN) in Berlin.

In ihrem Vortrag hob die Wissenschaftlerin die ernährungsphysiologischen Vorteile der tierischen Proteine hervor. Durch deren Verzicht seien beispielsweise beim Geflügel Defizite der Kotqualität festzustellen. Der viel zu flüssige Kot befeuchte die Einstreu, so dass die Fussballen des Geflügels infektionsanfällig würden und sich die Tiere weniger bewegten. Verminderte Futteraufnahme und Krankheiten seien die Folge, erläuterte Wolf.

Bei einem anderen Versuch sei dem ausschliesslich mit pflanzlichen Futtermitteln gefütterten Geflügel ein mit Blut getränkter Schwamm zur Verfügung gestellt worden, in den die Tiere mit zunehmendem Alter gerne hineingepickt hätten. Ein ähnliches Verhalten habe man bei Schweinen mit blutgetränkten Seilen feststellen können. Nach Angaben von Wolf konnten Federpicken und Schwanzbeissen deutlich reduziert werden, wenn dem Futter tierische Bestandteile beigemischt wurden.

Als Grund nannte die Wissenschaftlerin den Tryptophangehalt, der beispielsweise über tierische Proteine, speziell Geflügel- und Blutmehl, in Rationen eingebracht werden könne. Allerdings würden weiterhin die Einschränkungen und Verbote bei der Verfütterung von verarbeiteten tierischen Proteinen gelten. Zu den nicht verfütterbaren tierischen Proteinen zählen unter anderem Tiermehle der Kategorie 1, die thermisch verwertet werden müssen.

Der Wissenschaftler Patric Heidecke vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung berichtete von erfolgsversprechenden Forschungsarbeiten, bei denen der Rohstoff Phosphor aus der Tiermehlasche erschlossen wird. Phosphor sei in den Aschen noch mit 10 bis 16 Prozent enthalten, der sich mit sauren Lösungsmitteln sehr gut herauslösen lasse, erläuterte Heidecke. Man habe auch festgestellt, dass sich der Phosphor aus der Asche wesentlich besser gewinnen lasse als aus dem Tiermehl selbst.

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