31.03.2014 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Forscher entwickeln «virtuellen Landwirt»
Einen «virtuellen Landwirt», der selbstständige Anbau- und Produktionsentscheidungen trifft, haben Agrarökonomen der Universität Hohenheim programmiert. Wie die Universität vergangene Woche berichtete, wollen die Forscher mit den künstlichen Landwirten in Computersimulationen zur Anpassung an den Klimawandel den Faktor Mensch besser berücksichtigen.

Das Ziel seien möglichst genaue Prognosen und Analysen zum Klimawandel in Baden-Württemberg, so die Universität. Das Computermodell treffe dabei so täuschend echte Entscheidungen, dass auch praktische Landwirte Mensch und Maschine im Test nicht auseinanderhalten könnten.

Computermodelle, die die Anpassung an den Klimawandel sowohl von Pflanzen als auch von Menschen simulieren, sind nach Angaben des Hohenheimer Agrarökonomen Thomas Berger ein Novum. Die bisherigen Modelle berücksichtigten nur unzureichend, dass Landwirte andere Pflanzen anbauten, wenn sich das Klima ändere. Es sei ein grosser Unterschied, ob die Sonne grossflächig auf sattgrüne Weiden, gold-gelben Weizen, bräunliche Hirse oder abgeerntete Maisstoppeln scheine.

„Je nach Farbe reflektieren die Pflanzen mehr oder weniger Licht, und je nach Sorte verdunsten sie mehr oder weniger Wasser“, erläuterte Berger. Das alles wirke sich auf die Wolkenbildung und damit auch auf die Niederschlagsverteilung aus. Die virtuellen Anbaupläne, die denen echter Landwirte in jeder Hinsicht gleichen, liefern nun nach Angaben des Agrarökonomen belastbare Daten zur gegenseitigen Beeinflussung der regionalen Klimaentwicklung und der dortigen Landbewirtschaftung.

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