1.01.2018 07:16
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Jahresrückblick 2017 (6/8)
Zuckermarkt unter Druck
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2017. In der achtteiligen Serie erfahren Sie das Wichtigste zum Landwirtschaftsjahr 2017. Im sechsten Teil geht es um Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse.

Nach den zwei kleinen Ernten 2015 und 2016 konnten die Zuckerlager mit der guten Ernte 2017 wieder gefüllt werden. Die Spätfröste, die Trockenheit sowie ein hoher Cercospora-Befall setzte den Rübenbeständen zwar regional zu, die Zuckererträge lagen mit rund 15 Tonnen pro Hektare auf einem erfreulich hohen Niveau.

Mit Aufhebung der Zuckerquote und Exportlimite in der EU per 30.09.2017 steht der Zuckerrübenanbau in der Schweiz aber weiterhin massiv unter Druck und der Richtpreis sank weiter. Dank den guten Zuckergehalten waren die Qualitätszahlungen höher als im Vorjahr.

Durchschnittliche bis gute Kartoffelernte 

Die Kartoffeln konnten dieses Jahr bei guten Witterungs- und Bodenbedingungen gepflanzt werden. Vor allem im Nordosten der Schweiz stresste eine lange Trockenperiode die Entwicklung der Kartoffeln.

Die Kartoffelerträge lagen höher als in den beiden vorhergehenden Jahren, erreichen aber das Niveau von 2012 nicht ganz. Über die ganze Schweiz gesehen waren die Qualitäten gut und die Kaliber eher gross, was zu einem ausgeglichenen Angebot führte. Im Vergleich zum Vorjahr war mehr Buckel- und Pulverschorf zu verzeichnen.

Aufgrund der höheren Durchschnittserträge und einer leicht gesunkenen Nachfrage lagen die Produzentenrichtpreise bei allen Speisesorten unter dem mittleren Preisband. Die Abweichung war bei den mehligkochenden Sorten aufgrund des Überangebotes grösser als bei den festkochenden Sorten.

Unruhiger Gemüsemarkt

Der sommerliche Frühling bescherte der Gemüseproduktion einen frühen Saisonstart wodurch auch schnell grosse Mengen an Salat auf den Markt kamen. Die Frostnächte trafen die Spargel- und Rhabarberproduktion empfindlich und dämpften das Angebot an Freilandgemüse, ohne aber grössere Engpässe zu verursachen.

Im Sommer kam nie richtig Schwung in den Markt. Gegen Herbst verbesserte sich die Lage, auch weil die jahreszeitlichen Spitzenernten weitgehend ausblieben. Im Verarbeitungsgemüse waren die frühen Erntemengen sehr hoch. Das Wetter brachte die geplante Staffelung durcheinander, was eine grosse Herausforderung darstellte.

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