18.11.2014 09:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Fütterung
Rapsschrot: Versuche mit Mischfutter stimmen optimistisch
Rapsextraktionsschrot (RES) könnte weitaus intensiver in der Fütterung von Schweinen und Geflügel als Ersatz für Sojaschrot eingesetzt werden als üblich. Das geht aus aktuellen Forschungsergebnissen hervor, die in der vergangenen Woche auf der EuroTier in Hannover im Rahmen des Infoportals proteinmarkt.de vorgestellt wurden.

Manfred Weber von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) Sachsen-Anhalt berichtete von Fütterungsversuchen in der Ebermast. Demzufolge führte die Verfütterung von 20 Prozent RES nicht zu Verzehrdepressionen. Die Tiere hätten zudem gleiche Tageszunahmen wie Eber ohne RES gehabt und verhielten sich auch bei der Aufnahme des Futters nicht anders.

Weniger Stickstoffausscheidung

In der Schlachtleistung hätten die RES-Gruppen leicht hinter der RES-freien Gruppe gelegen. Weber berichtete weiter, dass auch der Einsatz von RES bei Sauen erfolgreich sei. Bei tragenden Tieren habe sich kein signifikanter Einfluss des Rapsschroteinsatzes auf den Futterverbrauch, die kalkulierte Energieaufnahme und die Lebendmasseentwicklung gezeigt.

RES könne im Tragefutter die alleinige Proteinkomponente darstellen, führte Weber aus. Während der Säugezeit träten bei einem RES-Anteil von bis zu 10 Prozent keine statistisch signifikanten Unterschiede bei den Zuchtleistungen auf. RES sollte dabei allerdings im Säugefutter und Tragefutter enthalten sein, da sonst der Übergang zu radikal sei. Des Weiteren gabWeber einenAusblick auf einen Mastschweineversuch zur Proteinreduzierung. Erste Ergebnisse zeigten hier eine deutliche Reduzierung der Stickstoffausscheidungen.

Auch bei Truten eingesetzt

Gerhard Bellof von der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf referierte über den Einsatz von Rapsextraktionsschrot in der Trutenmast. Laut seinen Versuchen hätten RES-Gehalte von bis zu 20 Prozent keinen negativen Einfluss auf Stoffwechsel, Entzündung der Fussballen und Verluste von Truthähnen gehabt. Den höchsten Schlachtköperwert habe man bei Tieren, die mit bis zu 15 Prozent RES im Alleinfutter versorgt worden seien, gemessen.

Bellof informierte zudem über neue Forschungsprojekte mit der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) zur Hähnchenmast. Auch hier schneide die Fütterung mit RES selbst in Extremvarianten relativ gut ab. Weitere Versuche liefen in der Legehennenfütterung.

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