6.02.2018 16:58
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Boden
Bodenmikroben als Düngerergänzung
Die Verwendung von nützlichen Bodenmikroben kann den Ertrag im Pflanzenbau einer aktuellen Metastudie zufolge massgeblich steigern und die Notwendigkeit des Düngemitteleinsatzes reduzieren.

Wie das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) als Mitverfasser neben der Universität Basel am vergangenen Freitag berichtete, lassen sich die Erntemengen durch Zugabe von Bioinokulat im Boden um bis zu 40% steigern.

Das Wirkungsoptimum der ausgebrachten Mikroben hänge jedoch vom Gehalt an pflanzenverfügbarem Phosphor ab. Die Phosphordüngung müsse also entsprechend angepasst werden. Die Ertragssteigerungen seien generell auch bedingt durch die Art der Mikroben. Zum Einsatz kommen könnten beispielsweise Knöllchenbakterien, die in Symbiose mit Leguminosen lebten, oder freilebende Stickstofffixierer, die ihr Wirkungsoptimum bei relativ hohem Phosphorgehalt hätten. Beide Arten von Mikroben verbesserten die Nutzungseffizienz von Phosphor wie auch von Stickstoff.

Dagegen nehme die Effizienz der Organismen mit einem höheren Gehalt von Humus im Boden ab, da dies mit einer grösseren Vielfalt von Mikroorganismen im Boden einhergehe, wodurch sich neu eingeführte Mikroben schwerer etablieren könnten. Besonders gut geeignet halten die Forscher die Methode für den Einsatz in trockenen Gebieten, die in der Regenzeit bepflanzt werden. Das Bioinokulat könne hier zur Anpassung an den Klimawandel beitragen.

Für die Studie wurden 171 systematisch ausgewählte Publikationen weltweit berücksichtigt. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Frontiers in Plant Science“ veröffentlicht.

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