3.02.2015 11:48
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
USA
USA: Öl-Förderrückgang treibt Preise nach oben
Die Ölpreise haben am Montag wegen des Rückgangs der Ölbohrungen in den USA kräftig zugelegt. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent schoss um bis zu fünf Prozent auf 55,62 Dollar je Barrel (159 Liter) in die Höhe. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich um 4,8 Prozent auf 50,56 Dollar.

Schon vor dem Wochenende waren die Preise deutlich gestiegen. Auslöser des Höhenflugs waren Daten des Öldienstleisters Baker Hughes, wonach die Zahl der Ölbohrungen in den USA in der letzten Woche um 94 gefallen ist - so stark wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1987.

«Das Ausmass des Rückgangs kam für die meisten Marktbeobachter überraschend», erklärte Carsten Fritsch, Analyst bei der deutschen Commerzbank. Entsprechend dürften die Erwartungen für die US-Ölproduktion in diesem Jahr nach unten angepasst werden.

Erfolgreiche Opec-Strategie

«Die Strategie der Opec, über niedrige Preise das Schieferölangebot aus dem Markt zu drücken, scheint aufzugehen», sagte Fritsch. Bis Mitte Januar war der Ölpreis auf 45,19 Dollar je Fass und damit auf das niedrigste Niveau seit März 2009 gefallen. Noch im Sommer hatte Brent zeitweise bei 115 Dollar je Barrel notiert.

Die Ölförderung in den USA mit dem umstrittenen Fracking-Verfahren - dabei werden Öl und Gas mit Druck und Chemikalien aus dem Gestein gepresst - hatte zuletzt zu einem massiven Überangebot an Öl geführt. Schätzungen zufolge werden derzeit täglich rund 1,5 Millionen Barrel Öl mehr gefördert als verbraucht. Doch anders als in der Vergangenheit war das Förderkartell Opec nicht bereit, den Preisverfall durch eine Begrenzung der Fördermenge zu stoppen.

In Riad - Saudi-Arabien ist der weltgrösste Ölexporteur - setzte die Regierung stattdessen darauf, dass die Produktion für die US-Ölfirmen angesichts eines immer stärkeren Preisverfalls unrentabel wird.

Ölbohrungen stark gesunken

Tatsächlich sind in den vergangenen acht Wochen Baker Hughes zufolge die Ölbohrungen auf den niedrigsten Stand seit 2012 gesunken. Verglichen mit dem Höhepunkt des US-Ölbooms im Oktober letzten Jahres sei das ein Minus von 24 Prozent.

Von den Schliessungen betroffen waren vor allem Ölbohrungen, bei denen aus Schiefer Öl gewonnen wird. Sie gingen die zehnte Woche in Folge zurück - um 61 auf 1168 Bohrungen. Viele Analysten gehen davon aus, dass noch grössere Kürzungen bevorstehen. «Eine ganze Reihe von Unternehmen plant, die Zahl der Bohrungen zu verringern. Viele sind im Moment aber noch an Verträge gebunden», sagte Pavel Molchanov, Analyst beim Finanzberater Raymond James.

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