5.01.2019 17:51
Quelle: schweizerbauer.ch - mhü/dha
Bio Weide-Beef
Micarna bekommt mehr Gewicht
Der Vorstand der IG Bio Weide-Beef hat entschieden, Micarna als neuen Vermarkter für das BWB-Programm aufzunehmen

Somit wird Micarna künftig zwei Rollen innehaben, jene als Vermarkter und jene als Verarbeiter. Die Produzenten zeigten sich besorgt und beriefen eine ausserordentliche GV ein. Dies teilt Bio Suisse mit. Bevor der Entscheid gefällt wurde, dass Micarna ab 2019 Bio Weide-Beef direkt von Produzenten beziehen kann, hat Bio Suisse eine Analyse erstellt. Diese bildete die Chancen und Risiken aus der Sicht des Vorstandes, also Produzenten, Vermarkter, Verarbeiter und Detailhandel ab und zeigte die jeweiligen Stärken auf.

Als Chance wird der direkte Kontakt zwischen den Produzenten und Micarna sowie die administrative Vereinfachung durch die App, welche Micarna anbietet, gesehen. Dass durch einen zusätzlichen Vermarkter mehr Wettbewerb entsteht, werten die verschiedenen Marktteilnehmer unterschiedlich. Ebenso ist noch offen, wem die Vermarktungsmarge zuteil wird, wenn Tiere direkt gehandelt werden.

Als grösste Risiken wurden die Doppelrolle von Micarna und die mögliche Ungleichbehandlung von Produzenten eruiert. So wird die Solidarität unter den Bauern als gefährdet angesehen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, ergänzt der Vorstand die Richtlinien um die Rollen und Pflichten der einzelnen Marktteilnehmer.

So muss Micarna beispielsweise in ihrer Rolle als Verarbeiter die Nachfrage und das Angebot dem Vorstand gegenüber offenlegen, in ihrer Rolle als Vermarkter muss sie ihre Zulieferer dem Vorstand und Bio.inspecta melden. Künftig bestimmen nämlich nicht mehr die Vermarkter und Verarbeiter über die Aufnahme bzw. den Ausschluss von BWB-Betrieben, sondern der Vorstand der IG.

Verschiedene Vertreter nehmen an den monatlichen Preisverhandlungen teil. Dafür kennt der gesamte Vorstand die Schlachtdaten je Vermarkter, die Planmengen der Migros Genossenschaften, die Angebotsplanung der Vermarkter sowie die bei Labelbase gemeldeten Tiere. Der Vorstand gibt die geschaffene Transparenz weiter, indem er die Bäuerinnen und Bauern regelmässig informiert.

An der ausserordentlichen Generalversammlung forderten die Produzenten mehr Mitspracherecht bezüglich Richtlinien, was gemäss Statuten nicht vorgesehen ist. 

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