17.08.2017 07:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Fleisch
Bell wächst dank Zukäufen
Der Schweizer Fleischverarbeiter Bell ist im ersten Halbjahr 2017 dank Zukäufen kräftig gewachsen und hat den Gewinn um 9,1 Prozent auf 39,5 Millionen Franken gesteigert. Der Umsatz der Bell Food Group wuchs um über sieben Prozent auf 1,73 Milliarden Franken.

Wie die Coop-Tochter am Donnerstag mitteilte, rührt das Umsatzwachstum vor allem von letztjährigen Akquisitionen her. Die Firma übernahm unter anderem den österreichischen Geflügelspezialisten Hubers sowie in der Schweiz den Salat-Produzenten Eisberg, den Gastrozulieferer Geiser und den Charcuteriespezialisten Cher-Mignon.

Bell Schweiz konnte ihren Warenumsatz um 29,0 Mio. Fr. auf 962,7 Mio. Fr. steigern (+3,1 %). Das Absatzvolumen legte im ersten Halbjahr 2017 mit 63'056 Tonnen (+1,4 %, +896 t) verhalten zu. "Akquisitionsbereinigt fällt das Absatzvolumen leicht tiefer aus", so Bell. Das Unternehmen führt diese Entwicklung auf ein verhaltener Jahresbeginn und ein unbefriedigendes Ostergeschäft zurück. Dank einem guten Start in die Grillsaison einen Grossteil des Rückstandes kompensiert werden, heisst es weiter.

Das gesamte Absatzvolumen der Bell Food Group betrug knapp 223'800 Tonnen. Es konnte im Vergleich zum Umsatz überproportional gesteigert werden, nämlich um knapp 17 Prozent auf rund 31'800 Tonnen. Die im ersten Halbjahr bekannt gegebene vollständige Übernahme der Hilcona-Gruppe ist im Abschluss noch nicht abgebildet.

Das operative Ergebnis (EBIT) liegt mit 65,4 Millionen Franken rund 4,4 Millionen über Vorjahr. Dies sei vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Rohstoffpreise für Schweinefleisch in Deutschland, Frankreich und Osteuropa solide und erfreulich, schreibt das Unternehmen.

Die Bell Food Group mit mittlerweile rund 10'400 Mitarbeitern geht auch für die zweite Jahreshälfte nicht von einem signifikanten Rückgang der Rohstoffpreise für Schweinefleisch in Europa aus. Die Kostensenkungsmassnahmen würden konsequent vorangetrieben, heisst es in der Mitteilung. Die Gruppe setzt weiter auf den Convenience-Markt. Sie geht davon aus, dass dieser in Europa weiter wächst.

Bell will auch investieren. Im österreichischen Linz wird für 30 Millionen Euro ein neuer Produktionsbetrieb für Convenience-Produkte gebaut. Der Spatenstich ist für September 2017 geplant, die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich im Herbst 2018. Die Konkretisierung des Neu- und Umbauprojekts der Schweizer Standorte in Basel und Oensingen werde weiter vorangetrieben. 

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