18.08.2015 13:21
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fleischmarkt
Bell: Hilcona «poliert» Ergebnis auf
Fleischverarbeiter Bell blickt auf ein durchwachsenes Halbjahr zurück. Geprägt wurde dieses durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses und die Übernahme der Aktienmehrheit bei Hilcona. Der Umsatz der Coop-Tochter stieg leicht. Das Absatzvolumen erhöhte sich deutich. Der bisherige Verlauf der Grillsaison verspreche eine gute Entwicklung für das zweite Halbjahr, teilte Bell am Dienstag weiter mit.

Die in Basel beheimatete Bell-Gruppe steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr minimal um 0,2 Prozent auf 1,28 Milliarden Franken. Währungsbedingte Umrechnungsdifferenzen von 49 Mio. Fr.  sowie eine Minus-Teuerung bei den Rohmaterialpreisen von 16 Mio. Fr. hätten den Umsatz reduziert, so Bell. Dank Hilcona, seit Mai ist Bell mit 51% Mehrheitsaktionär, flossen 88 Umsatzmillionen in die Rechnung von Bell ein. Die Ergebnisse fliessen seit diesem Datum in die Rechnung von Bell ein.

Bell-Gruppe: Höheres Absatzvolumen

Die gesamte Gruppe konnte den Absatz in den ersten sechs Monaten steigern, dies vor allem auch dank Hilcona. Dieser erhöhte sich um 13,9 Prozent auf 120‘366 Tonnen. Beim Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA erzielte Bell ein Plus von 11% auf 90,5 Mio. Fr., wobei sich die entsprechende Marge auf 7,2% von 6,4% erhöhte. Der Unternehmensgewinn nach Steuern stieg auf 33,6 Mio. Fr. Die Anteile Dritter am Ergebnis liegen bei rund 1,7 Mio. Fr. Der Unternehmensgewinn beträgt 32 Mio. Fr. (+14,6 %, CHF +4,1 Mio.), währungsbereinigt konnte der Unternehmensgewinn gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozent gesteigert werden.

Die drei Segmente von Bell, Schweiz, Deutschland und International, mussten einen Umsatzverlust hinnehmen. Beim Absatzvolumen hingegen verzeichnete nur Deutschland einen leichten Rückgang.

Schweiz: Gute Grillsaison

Bell Schweiz setzte im ersten Halbjahr 20 Millionen Franken (-2,2%) weniger um. Der Umsatz kam auf 897 Mio. Fr. zu liegen. Die Auswirkungen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses seien hier spürbar, betont Bell. Dies führte zu der Zunahme des Einkaufstourismus, von dem auch der Bereich Fleisch betroffen war. Den Umsatzrückgang in der Schweiz wird auf eine deutliche Minus-Teuerung beim Schweinefleisch zurückgeführt. Das Absatzvolumen lag mit 60‘753 Tonnen leicht höher als im Vorjahr. Dies dank einem guten Start in die Grillsaison, so Bell.

Bei Bell Deutschland blieb der Umsatz in Lokalwährung auf Vorjahresniveau, in der Berichtswährung ging er um 14% auf rund 204 Mio. Fr. zurück. Dank dem Fokus auf Produkte mit höherer Wertschöpfung, Innovationen sowie Kostenoptimierungen sei das operative Ergebnis aber deutlich verbessert worden, heisst es. Das Absatzvolumen sank im Vergleich zum Vorjahr minimal 0,3 Prozent auf 31‘550 Tonnen.

Beim Segment Bell International sieht sich das Unternehmen "insgesamt auf Kurs". Der Umsatz in Lokalwährungen lag über alle Länder gesehen leicht unter Vorjahr, in der Berichtswährung reduziert er sich um 20% auf rund 107 Mio. Fr. Bell Frankreich konnte dabei das operative Ergebnis steigern, wie es heisst. Unzufrieden ist Bell mit dem Geschäft in Tschechien. Das Absatzvolumen bei Bell International stieg um 3,8% auf 16‘104 Tonnen.

Ausblick verhalten

Für das zweite Halbjahr zeigt sich Bell verhalten optimistisch. Der bisherige Verlauf der Grillsaison sende positive Signale aus. Der Geschäftsgang von Hilcona sollte zudem auch im zweiten Halbjahr erfolgreich weiterentwickelt werden, heisst es. Die eingeleiteten Massnahmen im internationalen Umfeld sollten ausserdem zu weiteren operativen Fortschritten führen.

Die Rohstoffpreisentwicklung wird aber auf das Ergebnis entscheidenden Einfluss nehmen, hält Bell fest. Und Preiskampf und Margendruck im Detailhandel dürften im zweiten Halbjahr noch zunehmen. Insgesamt geht das Unternehmen aber für die zweite Jahreshälfte von einer weiteren Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr aus.

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