28.12.2017 11:55
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Hasler, Fabian Wisler
Fahrbericht
Wendig, spritzig und ohne AdBlue
John Deere präsentierte 2016 den neuen 5R. Er punktet mit dem spritzigen Motor, der enormen Wendigkeit und einer komfortablen Kabine. Ob der Traktor auch in der Schweiz punkten kann, wird sich zeigen. Mit Video

Im Jahr 2008 liefen in Mannheim die ersten 5R vom Band. 2013 wurde die Produktion der kompakten Traktoren eingestellt. Nach drei Jahren mit einer Lücke im Produktprogramm für Schweizer Landwirte stellte John Deere den neuen 5R vor. Mit mehr PS, mehr Komfort, neuem Design, mehr Wendigkeit, mehr Ausstattungsmöglichkeiten und einem neuen Getriebe. Der neue Kleine wird in Augusta in den USA gefertigt, wo er auch entwickelt wurde. 

Der «Schweizer Bauer» konnte sich einen ersten Eindruck des neuen Traktors bei einem Einsatz auf einem vielseitigen landwirtschaftlichen Betrieb machen.

Motor und Getriebe

Das Topmodell Serie 5125R schöpft aus seinem 4,5-Liter-4-Zylinder-Motor 125 PS Nennleistung, mit Boost sogar 135 PS. Als Abgasreinigung verbaut John Deere eine gekühlte Abgasrückführung, einen Dieseloxidationskatalysator und einen Partikelfilter – ohne SCR-Katalysator. Denn der Hirsch darf noch bis 2019 in der Abgaskategorie 3b verkauft werden. Der Motor ist sehr spritzig auf der Strasse und im Arbeitseinsatz unterwegs. 43 km/h erreicht der Grüne aus Augusta bei gut 1800 Motorumdrehungen.

Neben den bekannten CommandQuad-Getrieben bietet John Deere nun ein neues Achtfach-Lastschaltgetriebe mit 32 Vorwärts- und 16 Rückwärtsgängen, Command8, an. Dieses schaltet mit dem bekannten kleinen Schalthebel sehr komfortabel entweder automatisch oder manuell. Zudem können die Gruppen per Direkttaste angesteuert werden. So ist das Getriebe alles in allem eine praxisgerechte Entwicklung. Der Kunde kann zwischen einer Armlehne am Fahrersitz oder einer Seitenkonsole in der Kabine wählen.

Der Fahrerplatz

Ein weiteres Highlight ist die Kabine. Sie ist zwar gleich gross, wie die des Vorgängermodells, hat aber einige Neuerungen im Innern erfahren. So befindet sich neu anstelle eines Armaturenbrettes an der Lenksäule ein Display an der rechten A-Säule. Zusammen mit der neuen abfallenden Motorhaube sorgt dies für eine Übersicht nach vorne, die man von einem John Deere bisher nicht kannte.

Dazu trägt auch die hohe Fahrerposition in der gefederten Kabine bei, welche zusammen mit der gefederten Vorderachse mit Einzelradaufhängung für einen angenehmen Fahrkomfort sorgt. Diese sorgt wiederum zusammen mit dem geschwungenen Rahmen und dem sehr grossen Lenkeinschlag für einen Wenderadius von gut 3,75 Metern, der in dieser Klasse seinesgleichen sucht. 

Praxis wird es zeigen

Ob dieser «Gipfelstürmer», wie er von John Deere genannt wird, den Schweizer Kunden überzeugen kann, wird sich zeigen. Mit einem Frontlader aus dem eignen Hause wird der Traktor zu einem idealen Allround-Traktor. Das Interesse an diesem wendigen, spritzigen und kompakten Hirsch aus dem Hause John Deere scheint jedenfalls gross zu sein. 

Kommentar

Eine echte Revolution

Der neue 5R ist meiner Ansicht nach eine echte Revolution . Die Gänge brauchen zum Beispiel nicht mehr viel Einfühlvermögen, um eingelegt zu werden. Zudem sorgt die neue Vorderachse mit Federung für ordentlich Lenkeinschlag. Ich bin während dem Test mehrmals erschrocken, wie wendig der grüne Flitzer ist. Das Getriebe ist praxisgerecht, benötigt aber noch etwas Feinschliff bei den Schaltvorgängen, insbesondere beim Gruppenwechsel. 

In der hellen Kabine fällt die abfallende Motorhaube auf: So viel Sicht nach vorne kannte man von einem John Deere bisher so nicht. Leider ist der Batteriehauptschalter rechts und der Blinkerhebel sehr klein und stellt nicht selbst zurück. Ein ganz heisses Detail ist aber das neue Display in der rechten A-Säule. Dies sorgt nochmals für sehr gute Übersicht. Wer also einen wendigen Allrounder sucht, der sollte sich den neuen 5R genauer ansehen. Daniel Hasler 

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