11.06.2015 16:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Neuartige Solarfolie soll Branche bewegen
Seit 10 Jahren tüftelt ein kleines Forscherteam an der Empa in Dübendorf an einer Folie mit Solarzellen. Nun konnte das Spin-off-Unternehmen Flisom im zürcherischen Niederhasli eine Pilotproduktionsanlage für Dünnschichtsolarzellen auf flexiblen Plastikfolien in Betrieb nehmen.

Die Solarfolien können im Rolle-zu-Rolle-Verfahren - ähnlich wie beim Zeitungsdruck - produziert werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mit dem Maschinenpark können bis zu ein Meter breite Bahnen von Solarfolien hergestellt werden, was bislang nicht möglich war.

50 Millionen investiert

Laut Flisom-Chef Ulfert Rühle dient die 15-Megawatt-Anlage in Niederhasli als eine Art Blaupause für den Aufbau grösserer Produktionsanlagen mit einer Kapazität von über 100 MW. Parallel zur Pilotproduktion werde die Technologie auf dem Empa-Campus in Dübendorf auf einer kleineren Anlage weiter entwickelt.

Dank mehreren EU-Projekten konnte die Entwicklung der Folie immer weiter vorangetrieben werden. Investoren steckten über 50 Millionen Franken in die Firma. Neben einem Schweizer Investor ist auch das indische Industrieunternehmen Tata Group dabei, das im Bereich erneuerbarer Energien tätig ist. Die Zahl der Mitarbeitenden bei Flisom stieg in etwas mehr als anderthalb Jahren von 15 auf 55.

Grosses Marktpotenzial

Ziel des Unternehmens ist es, Module in Grossproduktion für den breiten Markt herzustellen. Damit könnten die dünnen Solarfolien bereits in wenigen Jahren auf Photovoltaik-Grossanlagen, Dächern, an Fassaden oder an tragbaren Geräten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende beitragen. Das mögliche Marktpotenzial schätzt das Unternehmen auf mehrere Milliarden Euro.

Gegründet hat das Unternehmen Flisom Ayodhya Tiwari 2005 zusammen mit einigen ETH-Studenten. Der gebürtige Inder forscht seit den 1980er Jahren an der «hocheffizienten Dünnschichtsolarzelle». Mit einer Arbeit hat er bereits eine Reihe von Weltrekorden punkto Effizienz bei der Energieumwandlung aufgestellt.

Für Empa-Direktor Gian-Luca Bona ist es äusserst erfreulich, dass die Innovationen der Empa auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, insbesondere jene im Bereich Photovoltatik, erfolgreich an die Industrie weitergegeben werden konnten. Diese Beispiel zeige die Rolle, welche die Empa als Brückenbauer zwischen Forschung und praktischer Anwendung einnehme.

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