9.07.2015 07:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Stephan Schmidlin
Fütterung
Damit Kühe möglichst viel fressen können
An der letzten Eurotier hat Wasserbauer einen neuen Futterschieber vorgestellt. Nun läuft bereits das erste Modell in der Schweiz.

Peter Krummenacher bewirtschaftet in Hägglingen im Kanton Aargau einen Milchviehbetrieb mit etwa 50 Kühen. Krummenacher waren hohe Grundfutteraufnahmen schon immer wichtig. Nur so kann auch günstig Milch produziert werden, ist der erfahrene Landwirt überzeugt.  

Um diese hohen Futteraufnahmen zu erreichen, hat Krummernacher bislang die Futtermischung mehrmals täglich mit einem Motormäher mit Schneeschild den Kühen  hingeschoben und sie somit animiert wieder mehr zu fressen. «Will man das konsequent machen, so muss man das Futter mindestens fünf bis sechs Mal täglich zuschieben», weiss der Praktiker zu berichten. Wobei Krummenacher sogar noch abends vor dem Schlafengehen nochmals zugeschoben hat.

Zeiteinsparnis

Das Futterzuschieben beanspruchte auf dem Betrieb Krummenacher immer sehr viel Zeit, aus diesem Grund hat sich der Landwirt schon seit Längerem nach einer Vereinfachung dieses Systems umgesehen. Fündig wurde er nun bei der Firma Wirth, ebenfalls aus Hägglingen. Wirth importiert die Geräte des österreichischen Fütterungstechnikspezialisten Wasserbauer.

Obwohl Wasserbauer bereits einen Futterschieber im Programm hat, hat er zur letzten Eurotier in Hannover einen neuen autonomen Futterschieber vorgestellt. Er hört auf den Namen Butler Gold. Das Ausgeklügelte am System Butler ist, dass es für den Betrieb weder Kabel noch irgendwelche Leitstangen benötigt. Das System arbeitet autonom, wobei der Futterschieber seinen Weg über in den Boden eingelassene Magnete findet.

Internetfähiges Terminal

Damit das Futter unter allen Umständen nachgeschoben wird, erfolgt jede Durchfahrt des Butlers um einige Zentimeter näher zur Futtertischkante, wobei der Landwirt selber entscheiden kann, um wie viel näher der Butler durchfahren soll. Das Futter wird über eine grosse horizontal liegende Schnecke zugeschoben. Wasserbauer findet, dass mit diesem System das Futter lockerer abgelegt wird, als mit anderen Arbeitsprinzipien. Die Schnecke ist aus Kunststoff gefertigt und soll laut Wasserbauer eine höhere Standzeit als Metall besitzen.

Der Butler Gold wird über einen Touchscreen bedient. Wasserbauer hat darauf Wert gelegt, dass sich die Bedienung stark an moderne Mobiltelefone anlehnt. Das soll die Bedienung für den Landwirt erleichtern. Weiter ist das Terminal internetfähig. Bei Störungen oder Softwareupdates kann der Hersteller direkt auf den Butler zugreifen und einerseits den Fehler beheben oder andererseits die neue Software auf das Gerät spielen. Weiter kann auch der Landwirt selbst über eine Internetplattform online auf das Gerät zugreifen und allfällige Einstellungen von überall auf der Welt aus verändern.

Noch wenig Erfahrung

Bei Krummenacher arbeitet der Butler nun seit gut anderthalb Monaten. In dieser kurzen Zeit kann er noch keine Aussagen über die Leistungsentwicklung der Kühe machen. Positiv empfindet er aber die Arbeitserleichterung. «Der Butler Gold schiebt nun neun Mal täglich das Futter zu», sagt der Landwirt und meint weiter: «Das wäre von Hand praktisch nicht zu schaffen.»

Noch ein Wort zum Preis: Der Futterschieber Butler Gold von Wasserbauer kostet fixfertig installiert 22'000 Franken. In Anbetracht des momentanen Milchpreises ist das viel Geld, um Futter nachzuschieben. Wenn mit dem konsequenten Nachschieben jedoch eine markante Mehrleistung erzielt werden kann, kann sich der Butler ab einer gewissen Bestandesgrösse für den Betriebsleister doch rechnen.

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