23.03.2017 15:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
USA
Bauern hacken ihre Traktoren
Traktorenhersteller wie John Deere wollen die exklusive Kontrolle über den Reparaturprozess. US-Farmer wehren sich dagegen, indem sie eine alternative Software einsetzen.

Eine Situation, wie sie sich auf einem Feld in den USA abspielen könnte. Der Traktor von Farmer Lewis hat eine Panne. Die Betriebssoftware des Traktors meldet dies dem Werk. Das Fahrzeug wird von dort aus abgestellt. Um das Fahrzeug wieder starten zu können, muss ein Mitarbeiter des Herstellers angefordert werden, um die Reparatur abzusegnen. Denn nur die Werksmitarbeiter können die Software wieder entsperren. Der Hersteller hat also die Möglichkeit, den Traktor vom Werk aus zu «steuern». Das berichtet Futurezone.at.

US-Farmer sind deswegen wenig erfreut. Sie setzen deshalb sogenannte alternative Firmware aus der Ukraine ein. Hierbei handelt es sich um eine Version der Originalsoftware, die gehackt und an die Bauern in die USA verkauft wird. Dank der alternativen Software lassen sich verschiedene Funktionen wie die Maximalgeschwindigkeit regeln.

Die Farmer sind vor allem deshalb erzürnt, weil sie den Mechaniker nicht mehr selber wählen können, sondern immer den Hersteller kontaktieren müssen. Einerseits verursacht dieses Prozedere Kosten, andererseits verlieren die Farmer Zeit.

«Wenn es hart auf hart kommt, kann es sein, dass wir keine Zeit haben, um auf einen Angestellten zu warten», sagt Farmer Danny Kluthe. Um die Souveränität über die von ihnen gekauften Fahrzeuge und die Kontrolle über eigene Arbeitsvorgänge zu behalten, kaufen sie Software aus dem Online-Schwarzmarkt.

In den USA ist das Recht auf Reparatur ein heisses Eisen. Die Unternehmen möchten die exklusive Kontrolle über die Reparaturprozesse innehaben, die Bauern wehren sich dagegen. John Deere setzt sich gegen gesetzliche Regelungen zu einem «right to repair» ein, schreibt Futurezone.at weiter.

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