23.08.2016 06:07
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Export stützt Landtechnikhersteller
Die Umsätze der Landtechnikhersteller in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2016 dank höherer Exporte erstmals seit 2013 insgesamt wieder gestiegen, doch bleibt die Lage angespannt.

Wie der Fachverband Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am vergangenen Mittwoch mitteilte, wurden von Januar bis Juni dieses Jahres Landmaschinen und Traktoren im Wert von 4,19 Mrd. Euro (4,6 Mrd. Fr.) gefertigt. Das waren 1,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

72 Prozent exportiert

„Anhaltend hohe Ausfuhren im Wert von gut 3 Mrd. Euro (3,3 Mrd. Fr.) haben dazu beigetragen, die nach wie vor schwache Inlandskonjunktur ein Stück weit abzufedern“, erklärte VDMA Landtechnik-Geschäftsführer Bernd Scherer. Er wies jedoch darauf hin, dass von einer echten Erholung „noch nicht die Rede sein“ könne. Vor allem die Umsätze am deutschen Markt stellten die Unternehmen nicht zufrieden, denn sie verringerten sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 14% auf 1,08 Mrd Euro (1,17 Mrd. Fr.).

Scherer führt dies auch auf die Milchpreiskrise zurück, die auf die Stimmung im gesamten Agribusiness drücke. Einer Kundenbefragung des VDMA-Fachverbandes zufolge planen derzeit nur 9% der deutschen Landwirte in der zweiten Jahreshälfte in Neumaschinen zu investieren. Besser lief es dagegen laut VDMA Landtechnik zumindest teilweise im Export, auf den im Berichtszeitraum 72% der Umsätze entfielen.

Frankreich wichtigster Markt

„Nach zwei Jahren der Rezession erleben wir in Frankreich erstmals einen durchaus bemerkenswertenWachstumsschub“, berichtete Scherer. Auf dem wichtigsten Auslandsmarkt der deutschen Agrartechnikindustrie konnten die Erlöse im Halbjahresvergleich um gut ein Viertel zulegen. Auch das Russlandgeschäft verzeichnete erstmals seit langem wieder auf niedrigem Niveau leichte Zuwächse, während die Investitionsneigung im Vereinigten Königreich nach dem Brexit-Votum laut Scherer zurückhaltend ist.

Laut Angaben des VDMA-Fachverbandes ist sein Geschäftsklimaindex, der auf einer repräsentativen Befragung von Spitzenmanagern der europäischen Agrartechnikindustrie beruht, im Juli weiter abgesunken. Zudem befinden sich die Auftragseingänge auf einem historischen Tiefstand. Für das Gesamtjahr 2016 prognostiziert der Verband ein Umsatzvolumen von 7 Mrd. Euro (7,63 Mrd. Fr.), was einem Rückgang von 5 % gegenüber 2015 entspräche.

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